Lauch, Lavendel bis Nanaminze: Immunsystem stärken und vor Viren schützen

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Lapacho Tee: Lapacho ist der umgangssprachliche Name für mehrere in Mittel- und Südamerika vorkommende und dort bis zu 35 Meter hoch werdende Baumarten. Von manchen indigenen Völkern Amerikas wird der Lapacho als Baum des Lebens bezeichnet.

Die Innenrinde (Bastschicht) der Lapacho wird zur Zubereitung eines Tees verwendet: Die wässrigen Extrakte der Rinde nutzten bereits die Inkas, und später übernahmen die Indigenen von Peru, Bolivien und Paraguay den Lapacho-Aufguss als Heil- und Genusstee. Neben Kalium, Calcium und Eisen enthält Lapacho-Tee auch Spurenelemente wie Barium, Strontium, Iod und Bor, jedoch kein Coffein.

Wirksame Substanzen im Lapacho-Tee sind vor allem die antibiotischen Naphthochinonverbindungen Lapachol bzw. Lapachon, die einen die Verdauung anregenden, tonisierenden Effekt besitzen. Der Geschmack des Tees ist erdig mit einer leicht süßlichen Vanille-Note.

Lauch: Lauch wird auch Porree genannt. Lauch enthält unter anderem Vitamin C, Vitamin K und Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium und die Spurenelemente Eisen und Mangan.

Die Schwefelverbindung Propanthial-S-oxid, die aus Isoalliin und dem katalysierenden Enzym Alliinase entsteht, verursacht den intensiven Geruch und Geschmack von Lauch.

Lauch wird sowohl als Gemüse (meist Winterlauch) als auch als Küchengewürz (meist Sommerlauch) genutzt; man kann ihn als Gemüse oder Salat kalt oder warm essen.

Lauch führt bei der Verdauung – ähnlich wie Zwiebeln – zu Blähungen.

Lavendel, echter: Die Fachjury des Theophrastus-Naturheilvereins wählte den Echten Lavendel zur Heilpflanze des Jahres 2008, für das Jahr 2020 wählte ihn der Interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zur Arzneipflanze des Jahres.

Der Echte Lavendel oder Schmalblättrige Lavendel findet hauptsächlich Verwendung als Zierpflanze oder zur Gewinnung von Duftstoffen, zudem wird der Echte Lavendel als Heilpflanze genutzt.

Aus den Blütenständen mit Stängel wird Lavendelöl hergestellt. Dies erfolgt durch Schleppdestillation bzw. Wasserdampfdestillation, das Ansetzen der Blüten in fetten Ölen wie zum Beispiel Olivenöl („Mazeration“) und anschließendes Herauslösen ist heute kaum mehr gebräuchlich.

Um gehaltvolles Ausgangsmaterial zu bekommen, wird am frühen Morgen geerntet oder kurz nach Regen, wenn die Blüten wieder abgetrocknet sind.

Getrocknete Lavendelblüten enthalten 1 bis 3 (in offizineller Qualität mindestens 1,3) Prozent (v/m) ätherisches Öl, ferner Lamiaceengerbstoffe und Phenolcarbonsäuren wie z. B. Rosmarinsäure.

Ebenfalls verwendet wird das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Lavendelöl. Dessen Hauptbestandteile sind (‒)-Linalool (20 bis 45 Prozent) und Linalylacetat (25 bis 47 Prozent), daneben kommen weitere Terpene bzw. Terpenabkömmlinge vor wie etwa cis-Ocimen, β-Caryophyllen, Limonen und Terpinen-4-ol vor.

Als Arzneidroge dienen die kurz vor der völligen Entfaltung gesammelten und getrockneten Lavendelblüten (lateinischer Name: Lavandulae flos) sowie das durch Wasserdampfdestillation aus den frischen Blüten oder Blütenständen gewonnene ätherische Öl (lateinischer Name: Lavandulae aetheroleum).

Die Blüten werden als wässriger Auszug innerlich angewendet (Arzneitee) oder als Infus dem Badewasser (Balneotherapie) zugegeben.

Auszüge aus Lavendelblüten haben leicht beruhigende, blähungswidrige und gallentreibende Eigenschaften. Man nutzt dies zur Milderung von Beschwerden wie innere Unruhe, nervöse Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne sowie nervösen Magen-Darm- und Gallenbeschwerden.

Den potentiellen Nutzen von Lavendelöl bei Angststörungen konnte eine 2014 publizierte Doppelblindstudie nachweisen. Die beruhigende Wirkung wird auch in der Aromatherapie genutzt. Dort wirkt das verdunstende Linalylacetat.

Einreibungen mit Lavendelöl wirken vorwiegend hautreizend und dienen deshalb zur Bekämpfung rheumatischer Beschwerden. Als Badezusatz wird es bei funktionellen Kreislaufstörungen verwendet.

Wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften ist Lavendelöl auch in Gurgellösungen enthalten. Portugiesische Forscher konnten in einer in-vitro-Studie zeigen, dass Lavendelöl in bestimmten Konzentrationen verschiedene Hefe- (Candida-Spezies) und Fadenpilze im Wachstum hemmt oder abtötet. Eine etwaige klinische Wirksamkeit ist damit nicht nachgewiesen.

Verwendung von Lavendelöl: Für den arzneilichen Gebrauch kommt das durch Wasserdampfdestillation aus den Blütenständen von Lavandula angustifolia gewonnene ätherische Öl zum Einsatz, Lavandin- und Spiköl gelten als Verfälschung.

Lavendelöl wird innerlich als mildes Beruhigungsmittel bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und funktionellen Oberbauchbeschwerden angewendet.

In Deutschland steht erstmals seit Februar 2010 ein zugelassenes Lavendelölmonopräparat zur Behandlung von Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung im Erwachsenenalter zur Verfügung. Dieses Präparat enthält ein mit den für die Wirkung hauptverantwortlichen Lavendelölinhaltsstoffen Linalool und Linalylacetat angereichertes Lavendelöl in Weichkapseln.

Äußerlich wird Lavendelöl in Einreibungen und Badezusätzen volksheilkundlich bei Verspannungen und Erschöpfungszuständen verwendet.

Wegen seines Duftes dient Lavendelöl als pharmazeutischer Hilfsstoff zur Geruchskorrektur bei äußerlich anzuwendenden Arzneimitteln.

Lavendelöl, Lavandinöl und Spiköl sind bedeutsam als Duftstoff in der Parfüm- und Seifenindustrie und werden auch zur Abwehr von Insekten und Katzen verwendet (Repellent = Vergrämungsmittel).

Lein, gemeiner (Leinöl): 2005 war der Lein in Deutschland die Heilpflanze des Jahres. Lein bezieht sich auf die vielfältige Verwendbarkeit. „Flachs“ leitet sich von „flechten“ ab und bezieht sich auf die Verarbeitung.

Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 30 % und 44 % und hängt ab von der Sorte, den Umweltbedingungen und dem Grad der Reife. Da Faserlein vor der Vollreife geerntet wird, enthalten seine Samen weniger Öl.

Hauptfettsäure ist mit rund 50 % bis 70 % die ungesättigte α-Linolensäure. Der Gehalt der für die menschliche Ernährung bedeutenden Omega-3-Fettsäuren in Leinöl ist der höchste aller bekannten Pflanzenöle.

Die weitere Zusammensetzung beträgt 10 % bis 20 % Linolsäure, 12 % bis 24 % Ölsäure, sowie je unter 10 % Stearin- und Palmitinsäure.

Der Roheiweißgehalt liegt zwischen 19 % und 29 %. Der Anteil der für den Menschen essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Tryptophan ist hoch. Eine Aufnahme großer Mengen können möglicherweise Vergiftungen hervorrufen.

Die Leinsamen werden nur zu einem geringen Teil direkt in Backwaren, als Reformkost und als Arzneimittel bei Verstopfung verwendet. Andere medizinische Anwendungen sind wissenschaftlich nicht ausreichend abgesichert.

Der überwiegende Teil wird zur Ölgewinnung eingesetzt. Leinöl kann als Speiseöl verwendet werden. Durch den Gehalt von 50 % bis 67 % Linolensäure ist es ein trocknendes Öl.

Leindotteröl: Die Samen enthalten 28 bis 42 Prozent Öl mit einem sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Das Öl wird aus den reifen Samen gewonnen und hat nach dem Absetzen der dunklen Farbpartikel eine satte gelbe bis gelbrote Farbe. Es ähnelt in Farbe dem Rapsöl.

Der Geruch wird als krautig oder „wie geschnittene Wiese“ beschrieben, der Geschmack ist leicht scharf und erinnert an Senföl. Neben einem reichen Fettsäurespektrum enthält das Öl sehr viele flüchtige Substanzen (verschiedene Alkohole, organische Säuren u. a.), Sterole und Tocopherole.

Im südösterreichischen Raum wird das Öl (Sprachgebrauch: “Dotteröl”) häufig als Hausmittel genutzt. Oral eingenommen soll es die Immunabwehr stärken, eingerieben fördert es die Wundheilung und lindert arthrotische Beschwerden.

In verschiedenen Studien wurde zudem eine Cholesterinspiegel-senkende Eigenschaft des Leindotteröls festgestellt, die der von Raps- und Olivenöl vergleichbar ist. In der pharmazeutischen Industrie und im Bereich der Kosmetikherstellung wird wie bei der Ernährung vor allem die α-Linolensäure geschätzt.

Leindotteröl ist eine von der EU geschützte „Garantiert traditionelle Spezialität“ (g. t. S.) – für die Ernährung ist es vor allem aufgrund des hohen Anteils an α-Linolensäure wertvoll, während der Anteil an Erucasäure unter 4 Prozent liegt.

Linde (Waldbaden): Die Ganghofer-Allee ist ein Naturdenkmal in Welden. 1869 ließ der königliche Revierförster August Ganghofer, Vater des Schriftstellers Ludwig Ganghofer, auf den Theklaberg in Welden 56 Winterlinden pflanzen, wozu, wie die Tochter des Försters vermerkte … die Gemeinde die Pflanzen unentgeltlich vom Pflanzgarten Papas bekam. Inzwischen sind diese zu einer prächtigen Lindenallee herangewachsen. Die ca. 175 m lange Lindenallee steht unter Naturschutz. Vereinzelt wurde die Allee mit jungen Bäumen aufgefrischt.

Linde (Eschelbronn) Waldbaden: Die alte Linde in Eschelbronn, einer Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis im nördlichen Baden-Württemberg, ist eine Winterlinde und ein eingetragenes Naturdenkmal. Sie befindet sich am Bettweg neben dem Schwarzbach. Im Schutzgebietsverzeichnis ist sie unter der Bezeichnung „Winterlinde Bettweg“ mit der Schutzgebietsnummer 82260200001 aufgeführt.

Mit einer vorstehenden Bank gilt die Linde seit mehreren Generationen als Treffpunkt für Jugendliche und Rentner. Die Stelle wurde einst auch „Armor-Treffpunkt“ genannt, weil sich Liebespaare dort trafen. Jugendliche nutzten den Standort des Baumes neben dem Schwarzbach als Badestelle.

Ebenfalls befindet sich direkt vor dem Baum ein historischer steinerner Wegweiser mit Laufzeit-Angaben zu den Nachbargemeinden Mönchzell und Meckesheim.

Lindenblüten (Tee): Lindenblüten der Sommerlinde blühen von Juni bis August und werden seit langem als Heilmittel eingesetzt und finden auch heute noch als solches Verwendung. Der Geruch der Blüte ist stark aromatisch und der Geschmack ist schwach süß.

Als Heilmittel war die Lindenblüte schon im Mittelalter bekannt und wird auch heute noch mit gutem Erfolg verwendet. Sie zählt zu den bekanntesten Hausmitteln. Ihre Wirksamkeit wird durch die Erfahrung in der Hausmedizin belegt, andere Wirksamkeitsstudien für die Lindenblüte selbst fehlen. Es gibt jedoch Studien zu ihren Inhaltsstoffen.

Verwendet für die Herstellung von beispielsweise Tee wird der gesamte Blütenstand mit dem dazugehörigen Hochblatt, die Ernte erfolgt bis fünf Tage nach dem Aufblühen und idealerweise an einem trockenen Vormittag. Die getrockneten Lindenblüten sind gelblich bis grünlich, der aufgegossene Tee ist allerdings von tief goldroter Färbung.

Lindenblütentee wirkt bei Katarrhen der Atemwege aufgrund der Schleimstoffe hustenreizstillend und lindert Halsschmerzen. Die anderen Inhaltsstoffe wie die Glykoside geben der Lindenblüte eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird sie vorwiegend bei fieberhaften Erkältungen, grippalen Infekten und Katarrhen der oberen Atemwege und als Begleitbehandlung auch bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischialgie eingesetzt.

Die Lindenblüte dient auch zur Behandlung von leichten Krämpfen, Migräne und Magenbeschwerden. Lindenblüten enthalten zudem beruhigend wirkende Stoffe und werden zur Linderung von Unruhezuständen verwendet.

Lindenblütenextrakte werden auch Badekonzentraten wegen der beruhigenden und einschlaffördernden Wirkung zugesetzt.

Linsen: Linsen werden oft mit Suppengrün und Mettwurst zu einer Suppe verkocht. Dabei wird regional auch etwas Essig zugegeben, was den Schaum beim Kochen mindert und angeblich die Verdaulichkeit verbessert.

Linsen sind leichter verdaulich als Erbsen oder Bohnen und haben einen hohen Eiweißanteil von 25 bis 30 % in der Trockenmasse, wodurch sie besonders bei zeitweiligem Fasten oder dauerhaft vegetarischer Ernährung ein wertvolles und zugleich preiswertes Nahrungsmittel darstellen.

Bemerkenswert ist ebenso ihr hoher Gehalt an Zink, welches eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt. Verzehrt werden ausschließlich die Samen.

Ungeschälte Linsen lassen sich auch keimen und dann verarbeiten. Es gibt Hinweise auf eine verbesserte Aufschließung von Nährstoffen durch Keimen.

Der Keimvorgang vervielfacht den Gehalt an B-Vitaminen in Linsen und anderen Samen. Linsenkeime enthalten auch Vitamin C im Gegensatz zu den getrockneten Samen.

Löffelkraut, echtes: Das Echte Löffelkraut ist auch bekannt als Bitterkresse, Löffelblättchen und Löffelkresse. Es ist ein nahezu in Vergessenheit geratenes Heil- und Küchenkraut.

Wirkstoffe sind neben Vitamin C, Senfölglykosid Glucocochlearin, Isothiocyanate, Bitterstoffe, Mineralstoffe, Gerbstoffe auch ätherisches Öl.

Löffelkraut wird gegen Frühjahrsmüdigkeit und Ermüdungen nach großen körperlichen Anstrengungen eingesetzt. Es soll blutstillend bei Blutungen im Mund- und Nasenraum wirken.

Der Tee der getrockneten Pflanze soll bei Gicht und Rheuma hilfreich sein. Wie der Namensbestandteil „officinalis“ zeigt, gehörte die Pflanze früher zum Grundstock der Apotheker.

Löffelkraut schmeckt der Kresse ähnlich. Es schmeckt zu allen Blattsalaten, Kräuterquark, Kräuterbutter, gelben Rüben und Kartoffeln. Es lässt sich schlecht trocknen, aber gut in Salz einlegen.

Lorbeer, echter: Auch die als Gewürz verwendeten (getrockneten) Blätter vom Echten Lorbeer werden Lorbeer genannt. In der Frucht (Fructus Lauri), genannt Lorbeere, kommen ätherische und fette Öle vor.

Im Einzelnen enthält die Frucht bis zu 30 % fettes Öl und etwa 1 % ätherisches Öl (Terpene, Sesquiterpene, Alkohole und Ketone).

Das Blatt enthält 1,3 % ätherisches Öl (Ol. Lauri folii), darin 45 % Cineol, 12 % Terpene, 3–4 % Sesquiterpene, 3 % Methyleugenol und weiter α- und β-Pinen, Phellandren, Linalool, Geraniol und Terpineol. Stoffe (G/O).

Lorbeeröl ist eine butterartige, grünliche Masse, die bei circa 30 °C schmilzt und durch Auspressen der erwärmten und zerkleinerten Lorbeerfrüchte gewonnen wird. Auch durch Destillation von Lorbeerblättern kann Lorbeeröl gewonnen werden. Es besteht zu circa 95 Prozent aus fettem Öl und zu 5 Prozent aus ätherischem Öl.

Lorbeeröl dient medizinisch zum Einreiben, wird eingesetzt bei Prellungen, Verstauchungen und rheumatischen Beschwerden und bei Hämatomen.

Lorbeeröl enthält auch die zur Körperreinigung, Hautpflege und Heilung eingesetzte Aleppo-Seife, je nach Rezeptur einen Ölanteil von zwei bis 60 Prozent bei der Herstellung.

Löwenzahn, gewöhnlicher: In den Wurzeln und im Kraut wurden phenolische Säuren und Flavonoide gefunden. Antimikrobiell wirksame Substanzen konnten aus den Wurzeln durch chromatographische Verfahren isoliert werden.

Für Extrakte aus Löwenzahn konnte eine hemmende Wirkung auf das Größenwachstum und die Verbreitung (Invasivität) von Prostata- und Brustkrebszellen als auch eine apoptosefördernde Wirkung bei Leberkarzinomzellen, Leukämiezellen und Pankreaskrebszellen nachgewiesen werden.

Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns sind die Bitterstoffe. Sie fördern allgemein die Sekretion der Verdauungsdrüsen. Daneben wurde auch eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, die möglicherweise auf die hohe Kaliumkonzentration zurückzuführen ist.

Anwendung finden die Drogen bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl und Blähungen, bei Störungen im Bereich des Gallenabflusses und zur Anregung der Harnausscheidung bei entzündlichen Erkrankungen und Steinbildung. Die Volksheilkunde nutzt die Drogen außerdem als leichtes Abführmittel, bei Diabetes mellitus, bei rheumatischen Erkrankungen und Ekzemen.

Verarbeitet werden auch die frischen jungen Blätter zu Frühjahrskuren als Salat, Presssaft oder als Bestandteil im Smoothie. Die im Herbst geernteten inulinreichen Wurzeln dienen (heute wieder) geröstet als Kaffee-Ersatz.

Gegenanzeigen sind Gallensteinleiden sowie Verschluss der Gallengänge. Häufiger Kontakt mit dem Milchsaft der Pflanze kann zu Kontaktdermatitis führen.

In der Volksmedizin wird der Stängelsaft aber auch als Heilmittel gegen Warzen und Hühneraugen empfohlen. Unter dem Namen Taraxacum wird der Löwenzahn homöopathisch verwendet.

Die gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden, honigähnlichen Sirups oder Gelees (französisch cramaillotte, mit Orange, Zitrone und Zucker) als Brotaufstrich. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Salat verarbeitet werden (Österreich: „Röhrlsalat“).

Die Wurzel kann ebenfalls als Salat verarbeitet oder gekocht werden. Aus der getrockneten und gerösteten Wurzel der Pflanze wurde in den Nachkriegsjahren ein Ersatzkaffee hergestellt (Zichorienwurzelersatz).

Macadamiaöl: Macadamiaöl ist ein Pflanzenöl welches aus den Samen der Macadamiabäume gewonnen wird. Kaltgepresst besitzt es eine hellgelbe bis goldene Farbe und einen schwach nussigen Geruch.

Die Macadamianuss besitzt einen Fettanteil von ca. 75 %. Die enthaltenen Triglyceride – also Trifettsäureester des Glycerins – sind vor allem Derivate einfach ungesättigter Fettsäuren, besonders der Ölsäure.

Der Fettgehalt der Nuss ist sehr hoch, neben diesem enthält sie aber auch Eisen, Magnesium, Kalzium und Kalium. Auch wichtige Vitamine wie Vitamin A, Vitamin B1 und B2 und Vitamin E kommen in der Macadamianuss vor. Weiterhin finden sich Squalen und die typischen Phytosterine β-Sitosterin, Stigmasterin und Campesterin.

Macadamiaöl dient bei der Haarpflege als Ersatz für Nerzöl. Durch den hohen Gehalt an Palmitoleinsäure wirkt sich Macadamiaöl zudem pflegend auf die Haut aus.

Magnesium: Eine Magnesiumresorption findet zuerst im oberen Dünndarm statt, aber auch im übrigen Verdauungstrakt. Es wird über die Nieren ausgeschieden und ist in unterschiedlichen Mengen in allen Nahrungsmitteln sowie im Trinkwasser enthalten. Die erforderliche Tagesdosis von circa 300 mg wird in der Regel durch eine ausgewogene Ernährung erreicht.

Leichter Magnesiummangel ist durch schwere Erkrankung oder Leistungssport möglich. Schwere Mangelzustände treten bei Nierenfunktionsstörungen, langandauerndem Durchfall, chronischen Darmentzündungen, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, Kortikoiden, bestimmten Diuretika oder Alkoholismus mit Fehlernährung auf.

Magnesiumsalze wie etwa Citrat, Gluconat, Aspartat und Aspartathydrochlorid sind in Deutschland als Arzneimittel zugelassen, und zwar in Tages-Dosen von 100 bis 400 mg gegen Mangelzustände und neuromuskuläre Störungen wie beispielsweise Muskelkrämpfe und Migräne.

Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall, bei Überdosierung auch Müdigkeit und Pulsverlangsamung. Kontraindikationen sind Nierenfunktionsstörung sowie bestimmte Herzrhythmusstörungen.

Bei oraler Aufnahme von Magnesiumpräparaten (Tabletten, Kau- oder Lutschtabletten, Granulat zum Auflösen in Flüssigkeit) ist zum einen die Dosierung wichtig. Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass bei einer Einnahme von 120 mg circa 35 % resorbiert werden, jedoch bei Einnahme einer kompletten Tagesdosis von 360 mg nur noch circa 18 %.

Magnesium kommt als Verbindung in vielen Lebensmitteln vor, insbesondere in Vollkornprodukten (zum Beispiel Vollkornbrot, Vollkorn-Nudeln, Vollkorn-Reis, Haferflocken, Cornflakes), Mineralwasser, insbesondere Heilwasser, Leitungswasser ausreichender Wasserhärte.

Magnesium kommt auch in Leber, Geflügel, Speisefisch, Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Schokolade, Cashewnüssen, Erdnüssen, Kartoffeln, Spinat, Kohlrabi, Beerenobst, Orangen, Bananen, Sesam, Zuckerrübensirup, Milch und Milchprodukten vor.

Maipilz (Speisepilz): Bei uns ist die Art verstreut von der dänischen Grenze, Helgoland und den Küstengebieten der Nord- und Ostsee bei regionalen Verdichtungs- und Auflockerungsgebieten bis zum Hochrhein und den Nordalpen verbreitet.

Der Maipilz ist ein ergiebiger Speisepilz, der bereits früh im Jahr gesammelt werden kann und blutzuckersenkend wirkt. Er soll jedoch nur kurz geschmort werden, weil die Fruchtkörper sonst zäh werden. Der Speisewert wird indes kontrovers beurteilt.

Der aufdringliche Geruch und Geschmack, die sich auch bei der Zubereitung nicht ganz verlieren, können bei entsprechender Veranlagung eine Idiosynkrasie (Überempfindlichkeit) auslösen.

Mandeln: Man unterscheidet zwischen der süßen Mandel, der Krachmandel und der bitteren Mandel. Süße Mandeln haben eine zimtbraune, raue Haut. Das Abziehen dieser Haut wird durch Überbrühen der Mandeln mit kochendem Wasser (blanchieren) erleichtert.

Mandeln enthalten Mandelöl, Zucker sowie verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Fette. Der Gehalt an Calcium, Magnesium und Kalium ist höher als bei Nüssen.

Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Mandeln und Nüssen dazu beitragen kann, die Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

So kann der Genuss von 20 g Mandeln täglich das Risiko einer Herzkrankheit halbieren; außerdem sind sie für ihre cholesterinsenkende Wirkung bekannt. In einer jüngeren Studie wurde zudem nachgewiesen, dass der regelmäßige Verzehr von Mandeln den Blutdruck senken kann.

100 g Mandeln decken 6,25 % des Tagesbedarfs an Folsäure einer Schwangeren. Tipp: Mandeln lassen sich auch zum Füllen von Oliven verwenden.

Mandelöl (Mandelkernöl): Unter dem Namen Mandelöl, eigentlich Mandelkernöl versteht man das sowohl aus den süßen als auch aus den bitteren Mandeln durch Kaltpressung gewonnene fette Pflanzenöl. Verwendung finden dabei die reifen Samen.

Bei dem Bittermandelöl genannten Öl handelt es sich hingegen um das ätherische Öl, welches ausschließlich aus den bitteren Mandeln gewonnen wird. Aus bitteren Mandeln können bis zu 36 % und aus süßen bis zu 46 % fettes Öl gewonnen werden. Die unterschiedliche Ausbeute ergibt sich daraus, dass bittere Mandeln 30 bis 50 % fettes Öl und süße Mandeln 30 bis 60 % fettes Öl enthalten.

Mandelöl, so genannter kosmetischer Qualität, wird ohne Deklaration häufig mit Sonnenblumenöl verschnitten (gemischt) angeboten. Der Geruch variiert von fast geruchlos bis mild nussig, rund, leichte Vanillenote, je nach Qualität. Der Geschmack variiert in der Ausprägung, mild, rein, leicht nussig ebenfalls je nach Qualität.

Mandelöl weist mit über 90 % einen sehr hohen Anteil an einfach und zweifach ungesättigten Fettsäuren auf. Der Gehalt an Tocopherolen liegt im mittleren Bereich. Dafür besteht die Tocopherol-Fraktion vor allem aus dem α-Tocopherol, das antioxidativ und hautschützend wirkt und das Einziehverhalten optimiert.

Mandelöl ist ein sehr verträgliches und vielseitig einsetzbares Basisöl, das für jeden Hauttyp geeignet ist, auch besonders für empfindliche, trockene und Babyhaut. In Cremes eingearbeitet erzeugt Mandelöl weiche, geschmeidige und pflegende Konsistenzen. Mandelöl dringt gut in die Haut ein und durchfettet sie.

Dies wird insbesondere bei trockener Haut als lindernd empfunden. Daher gilt Mandelöl als reizlindernd, feuchtigkeitsspendend und intensiv pflegend. Zur Linderung von Ohrenschmerzen wird das Öl erwärmt und in das Ohr eingeträufelt.

Mangold: Mangold ist eine Gemüse­pflanze. Sie ist eine Kulturform der Rübe, verwandt mit der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Rübe. Mangold kann auch als Ersatz für Stängelkohl bzw. Rübstiel genommen werden.

Die Pflanze enthält außerordentlich viel Vitamin K, außerdem Vitamin A und Vitamin E, sowie Natrium, Magnesium, Kalium und Eisen. Die Mangoldwurzel enthält viel Zucker, der in früheren Zeiten durch Auskochen gewonnen wurde.

Später löste die Zuckergewinnung aus der nahe verwandten Zuckerrübe dieses Verfahren ab. Die Mangoldblätter zählen zu den Lebensmitteln mit sehr hohem Oxalsäure­gehalt, was von Nieren­kranken (Oxalatsteine) zu beachten ist. Die unterschiedlichen Färbungen der Stiele kommen durch unterschiedliche Mischungen von Betalainen zustande.

Mäusedorn (Stechender-): Der Stechende Mäusedorn, auch Stacheliger Mäusedorn oder Dornmyrte genannt wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2002 gekürt. Als Heildroge dienen die getrockneten unterirdischen Organe.

Wirkstoffe: Steroid-Saponine Ruscin und Ruscosid mit den Aglyka Neoruscogenin und Ruscogenin (als Ruscogenine bezeichnet), Triterpene und wenig ätherisches Öl.

Anwendung: Den Ruscogeninen werden kapillarabdichtende, den Venentonus erhöhende, entzündungshemmende und entwässernde Eigenschaften zugeschrieben.

Die Droge selbst ist nicht gebräuchlich, aber zahlreiche Fertigpräparate enthalten standardisierte Extrakte oder isolierte Ruscogenine.

Man verwendet den Stechenden Mäusedorn zur unterstützenden Therapie bei chronisch venöser Insuffizienz mit Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Schwellungen, Juckreiz und nächtlichen Wadenkrämpfen, sowie bei Beschwerden durch Hämorrhoiden.

Meerrettich: Meerrettich kann verwendet werden, um die Abwehrkräfte zu stärken und vor Erkältungskrankheiten zu schützen. Der Meerrettich enthält sehr viel Vitamin C. Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten.

Er wirkt kreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Insektenstichen, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt.

Auch bei Kopfschmerzen soll er helfen. Dazu muss man ein wenig Duft des geriebenen Meerrettichs einatmen, wodurch leichte Verspannungen gelöst werden.

Der Meerrettich soll auch wirksam gegen Magen-Darm-Störungen sein und auf die Absonderung des Gallensaftes (Fettverdauung) günstig wirken.

Zusätzlich enthält der Meerrettich auch bakterienhemmende (antibiotische) und krebsvorbeugende Stoffe. Das sind schwefelhaltige Substanzen, die auch im Knoblauch vorkommen (wie Allicin, Sinigrin) und den Meerrettich zu einem sehr gesunden Gewürz machen.

Wissenschaftlich belegt ist die antimikrobielle Wirkung der sogenannten Senföle im Meerrettich. Das ätherische Öl enthält Allylsenföl (ca. 90 %) und 2-Phenylethylensenföl. Je nach Dosis wirkt der Meerrettich bakteriostatisch bzw. bakterizid.

Meerrettichwurzel ist bei Katarrhen der Luftwege, Infektionen der ableitenden Harnwege und zur hyperämisierenden Behandlung bei leichten Muskelschmerzen (äußere Anwendung) angezeigt.

Zur Anwendung kommen die frische oder getrocknete zerkleinerte Droge, der Frischpflanzenpresssaft oder andere galenische Zubereitungen zum Einnehmen oder zur äußeren Anwendung. Eine Kombination der Meerrettichwurzel mit anderen Pflanzenstoffen ist sinnvoll.

Kombiniert mit Kapuzinerkressenkraut wird die Meerrettichwurzel in der Praxis als Phytotherapeutikum zur Behandlung von Atemwegs- und Harnwegsinfekten eingesetzt.

Eine Kombination der beiden Pflanzenstoffe besitzt ein breites antibakterielles Wirkspektrum gegenüber 13 klinisch relevanten Bakterienstämmen, u. a. gegenüber MRSA und Pseudomonas aeruginosa (ein gramnegatives, oxidasepositives Stäbchenbakterium der Gattung Pseudomonas) und auch entzündungshemmend wirkt.

Meerrettich eignet sich nicht für Patienten mit Magen- oder Darmgeschwüren sowie Schilddrüsenfehlfunktionen. Meerrettich kann in rohem geriebenem Zustand in Mund und Nase brennen, auf der Haut Rötungen und Blasen hervorrufen.

In sehr großen Mengen eingenommen kann Meerrettich zu Durchfall oder Erbrechen führen. Diese Eigenschaft verliert sich durch Trocknung der Meerrettichwurzel.

Die Seitenwurzeln und im Frühjahr die jungen grünen Triebe des Meerrettichs können gut verwendet werden. Die Triebe kann man in der Pfanne anbraten und als Gemüsesnack verzehren. Die Seitenwurzeln kann man in Scheiben schneiden, mit kochend heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und als Meerrettich-Tee trinken.

Melisse (Zitronenmelisse): Die Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Melissen. Sie wurde zur Arzneipflanze des Jahres 1988 gekürt.

Melissenblätter enthalten 4 bis 7 % Hydroxyzimtsäure-Derivate, vor allem Rosmarinsäure (die sogenannten Labiatengerbstoffe), aber auch Chlorogensäure, Kaffeesäure und ätherisches Öl ist zu 0,05 bis 0,3 %, in Zuchtsorten bis zu 0,8 % enthalten. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze pro 100 Gramm Frischgewicht beträgt 253,0 Milligramm.

Die Zitronenmelisse wird als Gewürz- oder Arzneipflanze und als Bienenweide angebaut. Die Blätter werden als Küchengewürz verwendet. Extrakte aus den Blättern werden zu Kräuterlikören verarbeitet.

Die traditionelle Verwendung ist die Unterstützung der Magenfunktion und bei nervlicher Belastung. Präparate wie Teeaufgüsse, Flüssig- oder Trockenextrakte aus der Melisse wirken beruhigend und krampflösend. Sie werden bei Einschlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten und Saucen sowie Kompotten wird Melisse verwendet. Tee und Wein kann man aus ihr herstellen.

Melissentee soll beruhigend wirken und verdauungsfördernd sein. Am aromatischsten ist Zitronenmelisse vor der Blüte. Häufig werden sie in Teemischungen mit anderen beruhigend wirkenden Drogen eingesetzt.

Bäder werden bei Entzündungen der Haut und der Genitalorgane eingesetzt, aber auch als Entspannungsbäder. Weitere Anwendungsgebiete sind Gallenleiden und hypertone Dyskinesie (Störung eines Bewegungsablaufs).

Aufgrund des Gehaltes an Phenolcarbonsäuren-Derivate, vor allem Rosmarinsäure, haben Melissenblätter eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Dies wird in Salben zur Behandlung von Herpes simplex eingesetzt.

In der Volksmedizin wird die Zitronenmelisse auch gegen Erkältungskrankheiten und Kreislaufschwäche eingesetzt. Im Handel ist reines Melissenöl aufgrund des hohen Preises (rund 6000 Euro pro kg) selten erhältlich, meist sind es Ersatzöle wie Citronellaöl, Zitronengrasöl oder Verfälschungen (Indisches Melissenöl).

Als sogenannte Klostermelisse wird sie dem hochprozentigen (79 Vol.-% Alkohol) Klosterfrau Melissengeist zugesetzt.

Minze, grüne: Die Grüne Minze wird auch Ährige Minze, Krause Minze oder Speer-Minze genannt. Der Geschmack ist süßer als der der Pfefferminze und es fehlt die Schärfe des Menthols, von dem die Grüne Minze nur wenig enthält. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Die Grüne Minze ist eine der bekanntesten Minz-Arten überhaupt und Grundlage für zahlreiche industrielle Produkte, wie zum Beispiel Zahnpasten, Kaugummis (Spearmint) und Süßigkeiten. Die getrockneten Spitzen und Blätter werden medizinisch als Stimulanzien sowie als windtreibende und nervenstärkende Mittel angewendet.

Die Grüne Minze enthält Carvone aus der Stoffgruppe der monocyclischen Monoterpene (z. B. (R)-(–)-Carvon), die als Bestandteil von ätherischen Ölen genutzt werden. Insbesondere in Nordafrika und Vorderasien, wo es zahlreiche Varianten der Grünen Minze gibt, hat sie eine wichtige Bedeutung in der Küche. Meist wird sie zur Zubereitung von Tees, zum Würzen von Saucen, sowie als Garnierung gebraucht.

Mistel (Weißbeerig): Als Heildroge dienten früher die getrockneten, jungen Zweige mit Blättern, Blüten und Früchten. Inhaltsstoffe sind Lektine (Glykoproteine), Viscotoxine (toxische Polypeptide), wasserlösliche Polysaccharide, biogene Amine, Flavonoide, Lignane, Cyclitole, wie Viscumitol und Phenolcarbonsäuren.

Zur Anwendung wurden traditionell Misteltee oder auch entsprechende Fertigpräparate mit Mistelextrakten zur Unterstützung des Kreislaufs bei Neigung zu Hypertonie und zur Arterioskleroseprophylaxe eingenommen. Bisher liegt aber kein ausreichender Nachweis für die Wirksamkeit bei diesen Indikationen vor.

Mungbohne: Die Mungbohne wird auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne genannt. Bei uns werden die Keimlinge oft auch fälschlicherweise als Sojasprossen bezeichnet.

Die Inhaltsstoffe der Mungbohne unterscheiden sich von denen der Urdbohne nur wenig. Die Mungbohne hat mit etwa 24 % (vom Trockengewicht) einen relativ hohen Eiweißanteil, der mit seinem hohen Lysin-Gehalt als wertvoll gilt.

Die Sprossen, die auch roh gegessen werden können, sind kalorienarm sowie reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Folsäure (59,6 % Kohlenhydrate).

Vorhandene Vitamine: A, B1, B2, Niacin, C, E, Mineralien: viel Kalium und Phosphor, Kalzium, Eisen, Magnesium).

Muskatnuss (Muskatnussbaum): Sein Samen, die Muskatnuss, und dessen Samenmantel Macis werden als Gewürze (Muskat bzw. Macis) verwendet.

Der Gehalt an ätherischem Öl der Muskatnüsse liegt zwischen 5 und 13 Prozent. Wichtige Inhaltsstoffe der Samenhülle (Macis) sind 22 bis 35 Prozent fettes Öl, Harze, Lignane und der Farbstoff Lycopin.

In Muskatnüssen sind neben etwa 40 Prozent Fett (mit dem Triglycerid der Myristinsäure als Hauptbestandteil) auch etwa 25 Prozent Stärke sowie Harze enthalten.

Das ätherische Öl wird durch Dampfdestillation aus zerkleinerten Muskatnüssen isoliert. Es ist farblos bis leicht gelb und riecht und schmeckt nach Muskatnuss.

Die Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft, Verarbeitung und Lagerung der Nüsse; charakteristisch für das Aroma sind die Terpene α-Pinen, β-Pinen, Sabinen, Limonen, Borneol, Terpineol, Eugenol und Isoeugenol.

In der traditionellen indischen Medizin des Ayurveda wird sie gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Die Wirkung wurde in pharmakologischen Studien bestätigt. Außerdem wirkt sie als mildes Analgetikum.

Die antimikrobielle Wirkung kann für Infektionskrankheiten sowohl bei innerer wie bei äußerlicher Anwendung hilfreich sein. In der indischen Unani-Medizin wird Muskatnuss gegen männliche Potenzstörungen verabreicht.

Myrte: Die Myrte wird auch Brautmyrte und Gemeine Myrte genannt. Im Mittelalter und später wurde die Myrte auch als „Welsche Heidelbeere“ bezeichnet.

Durch das ätherische Öl der Blätter, das stark sekretionsfördend wirkt, hat die Pflanze Bedeutung bei der Behandlung der Atemwege und dient zur Appetitanregung.

In der Küche dient sie hauptsächlich als Gewürz für Fleischgerichte. Volkstümlich werden sowohl Blätter und Beeren als auch Blüten verwendet. Darüber hinaus findet die Myrte Verwendung bei der Likörherstellung.

In Sardinien ist sie die Grundlage des Mirto Rosso (roter Mirto), eines süßen Likörs, der aus den Beeren hergestellt wird. Der Mirto Bianco (weißer Mirto) ist ein trockener Likör, in dem Blätter und Blüten der Myrte Verwendung finden.

Die korsische Variante des Mirto heißt Myrtei. Der Name der Wurst Mortadella leitet sich von der ursprünglichen Rezeptur mit Myrte ab, bevor Pfeffer in Europa populär wurde.

Als ältestes und größtes Exemplar in Deutschland gilt die Myrte im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim an der Bergstraße.

Nachtkerze, gemeine: Nachdem entdeckt wurde, dass ihre Wurzeln und Blätter essbar waren, fand diese Art vielerorts in den Küchengärten als Gemüse Verwendung. In den 1990er Jahren wurde die Nachtkerze versuchsmäßig kommerziell angebaut. Einige Landwirte bauen Nachtkerzen feldmäßig an, um das Öl direkt zu vermarkten.

In der Naturheilkunde hat heute vor allem das Nachtkerzenöl eine Bedeutung. Dieses aus den Samen gewonnene Öl wird zur Behandlung und zur symptomatischen Erleichterung bei Neurodermitis innerlich eingesetzt. Es wird in der Naturheilkunde außerdem bei Asthma, Heuschnupfen, Bluthochdruck, Migräne und Rheuma angewendet.

Das Nachtkerzenöl kann auch bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden genutzt werden um die Symptome zu lindern. Das Öl enthält große Mengen an Linolsäure, die im menschlichen Körper in Gamma-Linolensäure umgewandelt wird. Aus ihr bildet der Körper über weitere Zwischenschritte Prostaglandin E1. Aufgrund einer mangelhaften Enzymaktivität der Delta-6-Desaturase soll bei Neurodermitikern ein Mangel an Gamma-Linolensäure bestehen.

Nach einer Metaanalyse von über 27 Studien zur Wirksamkeit von Nachtkerzenöl kommt die Cochrane Collaboration (Netzwerk für Gesundheitsfragen) 2013 jedoch zur abschließenden Bewertung, dass sowohl Nachtkerzenöl als auch das ebenfalls Gamma-Linolensäure-reiche Borretschöl bei oraler Einnahme keinerlei über einen Placeboeffekt hinausreichende Wirkung auf Ekzeme hat.

Das Nachtkerzenöl findet aufgrund seiner Wirkungen auch Verwendung als Wirkstoff und Additiv in Kosmetikartikeln, speziell in Hautcremes. Die Inhaltsstoffe wirken hier vor allem bei reizempfindlicher Haut beruhigend und können dementsprechend vor allem bei trockener, schuppiger und juckender Haut pharmazeutisch verwendet werden. Da Nachtkerzenöl sehr teuer ist, wird als Ersatz zunehmend Hanföl verwendet.

Neben den rübenförmigen Pfahlwurzeln sind auch die Blätter, Blüten und Samen essbar. Die Wurzeln werden wie Schwarzwurzeln gekocht oder Pastinaken in Fleischbrühe; sie werden gelegentlich auch in Scheiben geschnitten und mit Essig und Öl angemacht.

Geerntet werden die Wurzeln vom Herbst des ersten Jahres (Rosettenstadium) bis zum Frühjahr. In der modernen Küche werden die Blütenblätter gelegentlich als essbare Dekoration verwendet.

Nanaminze: Als Nanaminze wird hier die Minzart Mentha spicata var. crispa ,Marokko’ (auch Marokkanische Minze), Krausen Minze aus Nordafrika bezeichnet.

Arab. نعنأع (gesprochen etwa na’naa’ in Arabisch und nanaa in Persisch) ist das arabische und persische Wort für Minze, Türkisch nane. In den Wörterbüchern wird es meistens mit Pfefferminze übersetzt, aber Iraner, Marokkaner und Türken bezeichnen damit allgemein Minze.

Die Marokkanische Minze (Mentha spicata ‚Marokko‘) ist neben grünem Tee, heißem Wasser (60–80 Grad) und viel Zucker Bestandteil des marokkanischen Nationalgetränks, wird aber auch als Gewürzkraut zahlreichen Speisen zugegeben, besonders Salaten, und in Büscheln aufgehängt zur Insektenabwehr eingesetzt.

Die Nane-Minze (Mentha spicata var. crispa ‚Nane‘) ähnelt im Aussehen der Marokkanischen Minze und spielt in Vorderasien (Iran, Türkei, arabische Länder) auch etwa die gleiche Rolle wie die Marokkanische Minze in Nordafrika. Sie wird gern in schwarzem Tee getrunken, viele Speisen werden mit ihr gewürzt.

Eine weitere Varietät der Krausen Minze (50–90 cm), die kleinere (nur 30–40 cm) Mentha spicata var. crispa, wird auch direkt Persische Minze genannt. Sie ist Bestandteil des Joghurtgetränks Dugh. Das Getränk ist dem türkischen Ayran und dem indischen Lassi ähnlich.

Dugh besteht aus einer Mischung von Joghurt mit Molke und Wasser bzw. (kohlensäurehaltigem) Mineralwasser und ist leicht gesalzen. Der Trunk kann auf vielfältige Art verfeinert werden, zum Beispiel durch die Beigabe von kleingehackten Kräutern wie Minze, Dill, Petersilie und Estragon.

Die Marokkanische Minze ist in Deutschland frisch als Bündel in marokkanischen Lebensmittelläden erhältlich. Gelegentlich wird sie auch mit Wurzeln im Topf auf Wochenmärkten angeboten.

In Teeläden wird unter dem Namen Nana Minze ein Kräutertee angeboten, der aus getrockneten Blättern besteht und dessen Aroma sich erheblich von Tee aus frischem Kraut unterscheidet.

In Nordafrika als auch in Vorderasien wird die Minze fast ausschließlich als frisches Kraut (mit Blatt und Stängel) genutzt, nur ganz selten getrocknet.

 

Bitte beachten Sie

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema für Erwachsene. Die angeführten Empfehlungen gelten nicht für Kinder, Schwangere und Stillende. Das Thema dient keinesfalls der Selbstdiagnose  oder Selbstbehandlung und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt.

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01. Acker-Schachtelhalm: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
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06. Odermennig: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
07. Rhabarber: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
08. Safran: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
09. Tausendgüldenkraut: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
10. Wacholder: Immunsystem stärken und vor Viren schützen