Galgant, Grapefruit bis Johanniskraut: Immunsystem stärken und vor Viren schützen

Von | April 16, 2020

Galgant, echter: Er wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet und blüht von April bis September und fruchtet von Mai bis November.

Die Pflanzenheilkunde nutzt das im Rhizom vorhandene ätherische Öl mit Gingerolen, Galangol, Flavonoiden und Gerbstoffen. Neben der Anregung der Verdauung wirken die Inhaltsstoffe karminativ (krampflösend) sowie bakterien- und entzündungshemmend (antiphlogistisch).

Dadurch bietet sich eine Verwendung bei Anorexie (Appetitlosigkeit), Problemen bei der Verdauung wie Flatulenzen (Blähungen), funktioneller Dyspepsie (Magenverstimmung), Übelkeit und Völlegefühl sowie bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich an.

Neben fungiziden Wirkungen konnten tumorhemmende Effekte des Galgant nachgewiesen werden und er vermag im Zusammenspiel mit zytostatischen Mitteln zytotoxische Eigenschaften von Chemotherapien zu unterdrücken. Der Echte Galgant wird heutzutage selten als Heilpflanze verwendet.

Das bis zu einem Meter lange Rhizom wird als Speisegewürz verwendet. Es riecht würzig und schmeckt bitter aromatisch sowie schwach brennend, erinnert etwas an Ingwer. Der gemahlene, als Gewürz verwendete Wurzelstock wird auch als Laospulver bezeichnet.

Ganghofer-Allee (Waldbaden): Die Ganghofer-Allee ist ein Naturdenkmal in Welden. 1869 ließ der königliche Revierförster August Ganghofer, Vater des Schriftstellers Ludwig Ganghofer, auf den Theklaberg in Welden 56 Winterlinden pflanzen, wozu, wie die Tochter des Försters vermerkte … die Gemeinde die Pflanzen unentgeltlich vom Pflanzgarten Papas bekam. Inzwischen sind diese zu einer prächtigen Lindenallee herangewachsen. Die ca. 175 m lange Lindenallee steht unter Naturschutz. Vereinzelt wurde die Allee mit jungen Bäumen aufgefrischt.

Gänsefingerkraut: Im 15. Jahrhundert n. Chr. wird das Gänsefingerkraut in einem Kräuterbuch von Peter Schöffer erwähnt.

Gänsefingerkraut enthält als therapeutisch wirksame Inhaltsstoffe vor allem Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide und Cholin. Es wirkt hauptsächlich zusammenziehend (adstringierend) und hat außerdem eine schmerzstillende und stopfende Wirkung. Weitere Inhaltsstoffe sind Anthocyanidine, Hydroxycumarine, Phenolcarbonsäuren, Polyphenole und Phytosterole.

Es ist hilfreich bei Durchfall, Blutungen und Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches. Die Volksmedizin setzt das Krampfkraut generell bei krampfartigen Beschwerden, auch der quergestreiften Muskulatur (z. B. Wadenkrämpfe), ein.

Wissenschaftlich anerkannt ist inzwischen die innerliche Anwendung von Gänsefingerkraut zur unterstützenden Behandlung von unspezifischen Durchfallerkrankungen mit krampfartigen Beschwerden, anderen Bauch- und Unterleibsschmerzen mit Krämpfen und bei Menstruationsbeschwerden.

Traditionell werden der Droge krampfstillende Eigenschaften zugeschrieben, so dass sie häufig, auch in Fertigpräparaten, gegen schmerzhafte Monatsblutungen eingesetzt wird. Diese Wirkung ist umstritten, sie konnte bisher nicht ausreichend belegt werden; ein entsprechender Inhaltsstoff dafür wurde auch nicht gefunden.

Gesammelt und getrocknet zu Heilzwecken verwendet werden die Blätter während der Blütezeit von Mai bis August. Für einen Tee übergießt man einen Teelöffel getrocknetes Kraut mit 150 ml kochendem Wasser und lässt den Aufguss 10 Minuten ziehen.

Die Volksmedizin kennt auch das Kauen der Wurzel, beispielsweise bei Zahnfleischentzündung. Trockenextrakt aus Gänsefingerkraut ist heute in standardisierten Arzneien wie Dragées und Teemischungen in der Apotheke erhältlich.

Gartenkresse: Der scharfe Geschmack der Pflanzen, der durch die darin enthaltenen Senfölglycoside verursacht wird, gab der Kresse ihren Namen, abgeleitet vom althochdeutschen Wort cresso ‚scharf‘.

Gartenkresse zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen, Kalzium und Folsäure aus. Außerdem enthält sie Vitamin B. Leicht zu kultivieren, eignet sich Gartenkresse vor allem im Winter, wenn frisches Obst und Gemüse rar sind, zur Nahrungsergänzung.

Ein Stoff, der für den Geschmack der Gartenkresse verantwortlich ist, ist das Isothiocyanat Benzylisothiocyanat, das sich aus dem Inhaltsstoff Glucotropaeolin – ein Senfölglycosid – bildet.

Neben der Gartenkresse wird in der Küche auch das mehrjährige Pfefferkraut (Lepidium latifolium) verwendet. Zur Brunnenkresse (Nasturtium officinale) der Gattung Nasturtium besteht nur eine Namensähnlichkeit, nicht etwa eine enge Verwandtschaft. Andere Namensvettern siehe unter Kresse.

Gartenkürbis (Kürbiskernöl): Der Gartenkürbis ist eine der fünf im Gartenbau verwendeten Kürbisarten, wie z. B. Zucchini oder Spaghettikürbis. Er wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2005 gekürt. Der Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und gehörte schon bei Maya und Azteken zu den Grundnahrungsmitteln.

Die Früchte des Gartenkürbisses sind reich an Kalium, Calcium, Magnesium und Vitamin C, ebenfalls reichlich vorhanden ist die Aminosäure Citrullin. Die Samen enthalten bis etwa 35 % fettes Öl (z. B. beim „Ölkürbis“), das in manchen Ländern als Speiseöl genutzt wird.

Der Steirische Ölkürbis: Besonders bekannt ist dabei das Kürbiskernöl aus der österreichischen Steiermark. Es ist ein aus den gerösteten Samen (Kernen) von Kürbissen hergestelltes Pflanzenöl. Als Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. trägt es eine anerkannte Herkunftsbezeichnung mit Regionenschutz.

In der Volksmedizin sagt man ihm auch einen günstigen Einfluss auf die benigne Prostatahyperplasie nach. Aufgrund des im Kürbiskern enthaltenen Selen und Vitamin E hat sein Öl eine antioxidative Wirkung und kann den Organismus vor freien Radikalen schützen. Der hohe Anteil an Linolsäure und Phytosterinen soll eine cholesterinsenkende Wirkung haben.

Es hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird in der Therapie gegen rheumatoide Arthritis unterstützend eingesetzt. Auch Tocopherole und Selen mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften werden als weitere Wirkstoffe diskutiert.

Der hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wirkt gefäßerweiternd, kann so den Blutdruck senken und auf diese Weise helfen, Herz-Kreislauf-Schwächen und Blasenleiden vorzubeugen. Erwähnt sei noch der besonders hohe Anteil an (semi)essentiellem Arginin.

Gewürznelkenbaum (Nelken): Die Gewürznelken, auch Nelken genannt, sind die stark duftenden und brennend scharf schmeckenden, getrockneten Blütenknospen dieser ursprünglich auf den Molukken (Gewürzinseln) beheimateten Pflanzenart.

Die als Nelken bekannten Blumen wurden wegen ihrer nagelförmigen und aromatischen Blüten nach den Gewürznelken benannt.

Bestimmend für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 % ausmacht. Sie bestehen im Wesentlichen aus 70 bis 85 % Eugenol (das auch in Zimt vorkommt), etwa 15 % Eugenolacetat und 5 bis 12 % β-Caryophyllen.

Ein weiterer Bestandteil ist Oleanolsäure mit 2 %. Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist. Es soll auch gegen Mundgeruch wirksam sein.

In einer Untersuchung haben spanische Wissenschaftler den Gehalt an ätherischen Ölen aus fünf mediterranen Gewürzen (Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei und Gewürznelken) untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass Gewürznelken den höchsten Gehalt an Antioxidantien (Polyphenolen) aufwiesen.

Giersch: Die Pflanzenart fand seit Jahrhunderten in der Volksmedizin zur Linderung der Schmerzen bei Rheumatismus und Gicht (Podagra) Verwendung. Die Blütezeit reicht meist von Juni bis Juli. Er steigt in den Allgäuer Alpen im Tiroler Teil im Höhenbachtal nahe der Vorderen Schochenalpe bis 1360 m über Meereshöhe auf.

Der Trivialname Podagrakraut oder Zipperleinskraut weist darauf hin, dass Giersch als ein Mittel gegen Gicht galt. Er soll auch gegen Rheuma und Arthritis, krampflösend, entgiftend und blutreinigend wirken. Da keine Belege für die genannten Indikationen gefunden wurden, wird der Giersch in neuen Arzneibüchern nicht mehr aufgeführt.

Die jungen, grünen Blätter enthalten (je 100 g) etwa: 200 mg Vitamin C, 5 mg Carotin, 130 mg Calcium, 5 mg Magnesium, 3 mg Eisen und 2 mg Kupfer.

Roh erinnert Giersch in Geruch und Geschmack ein wenig an Petersilie gemischt mit dem harzigen Aroma einer Mango, gekocht hingegen an Spinat.

Giersch kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden. Als Salat eignen sich vor allem die jungen, kaum entfalteten Blätter. Rohe Blätter können auch in Aufstriche und Suppen gegeben werden.

Nach der Blüte wird der Geschmack kräftiger und eine leicht abführende Wirkung kann eintreten. Durch das Entfernen der Blüten kann dies teilweise verhindert werden. Ältere Blätter eignen sich als Tee oder zum Kochen bzw. Dünsten. Die bitteren Stiele sind zäh und sollten entfernt werden.

Goldruten: Bei uns ist nur die Gewöhnliche Goldrute einheimisch. Verbreitet eingebürgert sind die Kanadische Goldrute und die Riesen-Goldrute. Die Unterscheidung vieler Arten ist schwierig.

In der Phytotherapie (Kräutermedizin) wird die Droge der blühenden Pflanze der Gewöhnlichen Goldrute als Aquaretikum zur (vorbeugenden) Behandlung von Harnsteinen und Nierengrieß, bei Reizblase sowie zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege eingesetzt.

Adjuvant (unterstützende Therapiemaßnahmen) wird die Droge bei rheumatischen Beschwerden genutzt. Wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Saponine, Phenylglykoside, Gerbstoffe sowie ätherisches Öl.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird auch das Kraut der Riesengoldrute eingesetzt, es ist jedoch klinisch weniger erforscht. Bei mittelalterlichen Texten wie der Physica von Hildegard von Bingen muss beachtet werden, dass damals mit Solidago der Beinwell gemeint war.

Grapefruit: Die Grapefruit ist die Frucht des Grapefruitbaumes, einer Zitruspflanze und ist eine Kreuzung, die aus der Orange und Pampelmuse entstanden ist.

Die runde Frucht, eine Beere, hat eine gelbe Schale, rotfleischige Arten können einen rötlichen Anflug auf der Schale aufweisen. Die Frucht ist etwa 10–15 cm im Durchmesser groß und hat bitteres Fruchtfleisch, das in Segmente unterteilt ist.

Die einzelnen Segmente sind miteinander verwachsen und lassen sich nicht leicht teilen. Die Farbe des Fruchtfleisches variiert je nach Sorte von einem hellen Gelb bis hin zu einem tiefen Rubinrot. Die zentrale Achse ist meist vollständig mit Gewebe ausgefüllt.

Grapefruits wie auch andere Zitrusfrüchte enthalten antioxidative Substanzen, sogenannte Radikalfänger und den Ballaststoff Pektin. 2006 wurde veröffentlicht, dass die Grapefruit nicht nur beim Abnehmen helfe, sondern auch Diabetes mellitus vorbeugen könne.

Die Wirkung beruhe darauf, dass der Zuckerstoffwechsel nach dem Verzehr von Grapefruit besser funktioniere und deshalb der Blutzuckerspiegel niedriger sei und somit weniger Insulin produziert werden müsse.

Während Untersuchungen an einem Blutdruckmedikament wurde zufällig eine signifikante Wirkungsschwächung durch Grapefruitkonsum festgestellt. Inzwischen ist bekannt, dass einige Inhaltsstoffe der Grapefruit Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln eingehen. Diese Wechselwirkungen können schwerwiegend sein.

Grünkohl: Grünkohl hat mit 8,68 mg β-Carotin/100 g den höchsten Gehalt an Betacarotin von allen Lebensmitteln. Grünkohl gehört zu den Kohlsorten mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C, und roher Grünkohl zählt mit ca. 105–150 mg/100 g zu den Vitamin-C-reichsten Lebensmitteln überhaupt; allerdings wird Grünkohl selten roh gegessen.

Entgegen der weit verbreiteten Rezeptur des längeren Kochens kann Grünkohl auch mit kürzerer Garzeit zubereitet werden. In den USA findet er auch als Rohkost seinen Platz. Dort ist er Bestandteil vieler „Green-Smoothie“-Rezepte und ein beliebter Bestandteil in Salaten.

Hafer, echter (Hafermilch): Saat-Hafer oder Echter Hafer ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hafer innerhalb der Familie der Süßgräser und wird als Getreide genutzt. Aufgrund der vielfältigen Anwendungen und Wirkung wurde der Saat-Hafer von einer Arbeitsgruppe der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gewählt.

Hafer wird aufgrund von veränderten Konsumgewohnheiten auch wieder vermehrt in unserer Ernährung verwendet. Produkte des Hafers sind Hafergrütze, Haferflocken, Haferkleie, Getränke auf Haferbasis, Hafermehl, Cerealien mit Hafer und verschiedene Extrakte für die Medizin.

Ernährungsphysiologisch ist Hafer die hochwertigste Getreideart, die in Mitteleuropa angebaut wird. Die Haferkörner werden lediglich entspelzt, d. h. die äußere für den Menschen unverdauliche Hülle wird entfernt.

Der übrigbleibende Haferkern wird nicht geschält, d. h. die äußeren Randschichten, Frucht- und Samenschale, sowie der Keimling bleiben erhalten. Es handelt sich also um ein Vollkornprodukt.

In diesen Bestandteilen des Haferkerns stecken Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Hafermehl ist infolge des geringen Kleberanteils (Gluten) nur bedingt für die glutenfreie Ernährung bei Zöliakie.

Im Hafer enthalten sind Phytosterine, Alkaloide, Avenanthramide (sekundäre Pflanzenstoffe), Kieselsäure und Linolsäure. Von allen gängigen Getreidearten enthält er den höchsten Mineralstoff- und Fettgehalt.

Der hohe Eisengehalt ist vergleichbar mit vielen Fleischsorten. Zu erwähnen ist auch der mit rund 4,5 Prozent hohe Gehalt an β-Glucan, einem löslichen Ballaststoff, mit dem eine Senkung des Cholesterinspiegels erzielt werden kann.

Hervorzuheben sind folgende Nährstoffe: der zehnprozentige Ballaststoffanteil, u. a. mit Beta-Glucanen und die Qualität der Kohlenhydrate, die Eiweißzusammensetzung, die ungesättigten Fettsäuren (75 Prozent des Gesamtfettanteils) und bestimmte Vitamine und Mineralstoffe.

Beta-Glucane (z. B. Cellulose und Lichenin, spezifische Polysaccharide der Zellwand aller Süßgräser und Getreide,) sind die Schlüsselsubstanzen der ernährungsphysiologischen Wirkungen des Hafers.

Diese Ballaststoffe kommen im Haferkorn überwiegend in der äußeren Schicht des Mehlkörpers, der Subaleuronschicht, vor. Beta-Glucane machen knapp die Hälfte des Gesamtballaststoffgehaltes im Hafer aus.

100 Gramm Haferflocken enthalten etwa 4,5 Gramm Beta-Glucane. Aufgrund des höheren Gesamtballaststoffanteils liegt der Beta-Glucan-Gehalt in Haferkleie mit 8,1 Gramm pro 100 Gramm höher.

Die chemisch-physikalischen Eigenschaften der Hafer-Beta-Glucane führen zu einer Reihe von physiologischen Wirkungen auf den Verdauungstrakt sowie den Stoffwechsel. Im Vordergrund stehen positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel.

Die Fähigkeit der Hafer-Beta-Glucane, Gallensäuren zu binden, führt zur Ausscheidung von Cholesterin, was zur Senkung des Gesamt- sowie LDL-Cholesterinspiegels führt.

Damit können die Blutgefäße vor schädlichen Ablagerungen geschützt werden. Hafer-Beta-Glucane bilden im Magen und Dünndarm eine zähflüssige Konsistenz, die eine verlangsamte Resorption der Nährstoffe aus der gelartigen Masse zur Folge hat.

Dies führt zu einem weniger starken und zeitverzögerten Anstieg des Blutglucosespiegels. Wissenschaftliche Studien lassen den Schluss zu, dass ein hoher Verzehr an Ballaststoffen u. a. das Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und die koronare Herzkrankheit reduzieren kann.

Weitere Wirkungen des Beta-Glucans sind die positiven Effekte auf die Verdauungsfunktion. Die viskose Substanz aus den löslichen Ballaststoffen schützt die Darmwand vor äußeren Reizen und beruhigt den empfindlichen Magen. Die unlöslichen Ballaststoffe wirken regulierend auf die Verdauungstätigkeit.

Im Rahmen der Diabetestherapie und Diabetikerernährung spielen der verzögerte Anstieg des Blutzuckerspiegels und die damit geringere Insulinausschüttung eine wichtige Rolle.

Daher sollten bei kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln Produkte mit einem niedrigen glykämischen Index und vor allem Vollkornprodukte, wie z. B. Haferflocken oder Haferspeisekleie, ausgewählt werden.

Mediziner, Diabetologen und Diabetesberater wenden zum Teil die sogenannten „Hafertage“ an (diese Therapie allerdings zuvor mit dem Arzt besprechen). Dabei handelt es sich um eine spezielle haferbetonte Kost, die über zwei bis maximal drei Tage eingenommen wird.

Sie stellt eine besondere und sehr intensive Form der diätetischen Intervention in der Behandlung der Insulinresistenz bei Diabetes mellitus Typ 2 dar.

Ziel ist es, mit einer einfachen Methode Blutzuckerwerte zu verbessern, die Insulinresistenz zu verringern und somit die Insulinsensitivität zu erhöhen.

Dadurch wird weniger Insulin für die Verarbeitung der Glucose benötigt. Wissenschaftliche Studien und Erfahrungen aus der Praxis bestätigen die Reduzierung der Insulinzufuhr nach dieser Anwendung.

Für viele Allergiker und Betroffene von Zöliakie sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarmsyndrom, Kurzdarmsyndrom) ist nur Gliadin, nicht aber zugleich auch jedes andere Gluten unverträglich.

Die in dieser Weise Betroffenen müssen deshalb zwar die klassischen Getreide (Weizen, Triticale, Roggen und ihre botanischen Vorläufer) meiden, können aber Hafer und Haferprodukte je nach Empfindlichkeit ggf. vertragen.

Es muss hier aber sichergestellt sein, dass der Hafer beim lebensmitteltechnologischen Behandlungsprozess nicht mit Weizenmehl usw. vermischt wurde.

In der Naturheilkunde werden das grüne Haferkraut (Herba avenae) und das Haferstroh (Stramentum avenae) verwendet. Stramentum avenae wird vor allem für Haferstrohbäder verwendet. Diese sollen bei Hautverletzungen helfen und Juckreiz stillen.

Das Haferkraut wird als Tee verwendet. Zu den volkstümlichen Anwendungsgebieten zählen nervöse Einschlafstörungen, Harngrieß und rheumatische Erkrankungen. Manche Medikamente gegen nervöse Unruhe enthalten Haferextrakte.

„Hafermilch“ wird aus gereinigtem und entspelztem Hafer hergestellt. Da Milchersatz in der EU nicht mit der Bezeichnung Milch in Verkehr gebracht werden darf, sind Umschreibungen wie Hafergetränk oder Haferdrink gängig.

Der schwedische Professor Rickard Öste entwickelte an der Universität Lund in den 1990er Jahren eine Methode, Hafergetränke herzustellen. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich mit Laktoseintoleranz und ökologischer Landwirtschaft.

Eingesetzt wird Hafermilch etwa von Veganern, Ovo-Vegetariern sowie Menschen mit Laktoseintoleranz, Milcheiweiß-Allergie oder Sojaallergie. Falls bei der Herstellung auf Erhitzen verzichtet wurde, ist Hafermilch auch bei einer Rohkost-Ernährung geeignet.

Hagebutte: Die getrockneten roten Sammelfrüchte kommen als Hagebuttensamen in den Handel, entkernte Hagebutten auch als Hagebuttenschalen. Aus der getrockneten Schale der Hagebutte kann man einen vitaminreichen Aufguss machen.

Der Aufguss ist wegen seines hohen Gehaltes an Pflanzensäuren und Pektinen leicht harntreibend und abführend. Er eignet sich daher für die unterstützende Therapie bei Blasen- und Nierenleiden und bei Erkältungskrankheiten.

Das Mus der Hagebutte eignet sich besonders wegen seiner austreibenden Wirkung und wird wie der Aufguss gegen Gicht und Rheuma verwendet. Die Marmelade fördert den Appetit und ist, wie der Aufguss, reich an Vitamin C und Lycopin.

Hagebuttenöl (Hagebuttenkernöl): Hagebuttenöl, Hagebuttenkernöl oder Wildrosenöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen der Hagebutten verschiedener Wildrosen, vor allem der Hunds-Rose gewonnen werden kann. Das klar hellgelbe bis orangerote Öl kann sowohl in der Pharmazie und Medizin, wie in der Kosmetik Verwendung finden.

Hagebuttenöl wird aus den in den Hagebutten, den Früchten der Rosen, enthaltenen Samen durch mechanisches Pressen oder über eine Extraktion gewonnen und anschließend raffiniert. In der Regel erfolgt eine Stabilisierung des Öls durch die Zugabe von Tocopherol (Vitamin E). Bei kühler und dunkler Lagerung ist das Öl drei Monate haltbar.

Hagebuttenöl ist in seiner Färbung klar hellgelb bis orangerot. Es besitzt einen Geruch, der als süß-sauer, nussig, metallisch, fettig, fruchtig, floral und aldehydartig beschrieben wird. Das Öl ist bei Raumtemperatur flüssig.

Hagebuttenöl setzt sich hauptsächlich zusammen aus Glyceriden der Ölsäure, Linolsäure und α-Linolensäure. Daneben sind in 100 ml Hagebuttenkernöl etwa 47 mg α- und β-Tocopherol enthalten.

Hagebuttenöl wird in der Pharmazie und Medizin vor allem zur Behandlung von trockener, schuppiger und rissiger Haut eingesetzt. Es wird zudem angewendet bei Ekzemen, Psoriasis und pigmentstarker Haut sowie bei der Behandlung nach Verbrennungen und Verletzungen der Haut.

Dabei wird vor allem die elastizierende und färbende Wirkung des Öls genutzt. Weitere Verwendungen umfassen die Behandlung von Verletzungen des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut, wo das Öl die Heilung beschleunigen soll.

Im Bereich der Kosmetik wird das Hagebuttenöl wie andere Pflanzenöle in Salben und Cremes verwendet, vor allem in Nachtcremes. Das in Spuren enthaltene Tretinoin soll den Hautregenerationsprozess beschleunigen und Kollagen aufbauen, wodurch die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit verbessert wird.

Hanf (Cannabis): Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Erde. Hanf daher sowohl als Rauschmittel wie auch als Arzneimittel verwendet. Die einzelnen Bestandteile der Pflanze (Fasern, Samen, Blätter, Blüten) werden ungenauerweise ebenfalls als Hanf bezeichnet.

Aus diesen Pflanzenteilen können jeweils sehr verschiedene Produkte hergestellt werden: Speiseöl (aus den Samen), ätherisches Öl (aus destillierten Blättern und Blüten) sowie Haschisch und Marihuana (aus getrockneten Blättern, Blüten und Blütenständen).

Cannabis („Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen“) seit dem 10. März 2017 ein verkehrs- und verschreibungsfähiges Arzneimittel, das theoretisch von jedem Arzt verschrieben werden kann, wenn dieser den Einsatz als sinnvoll erachtet.

Die Inhaltsstoffe Cannabinoide, Terpenoide und andere flüchtige Substanzen werden von Trichomen abgegeben. Diese Pflanzenhaare treten fast ausschließlich auf den Kelchblättern und Tragblättern weiblicher Hanfpflanzen auf. Hanf enthält u.u. B-Vitamine oder Proteine

Bei der Nutzung als Arznei- und Drogenpflanze werden nur blühende weibliche Pflanzen verwendet, Hanfsamen und Hanföl von fruchtenden weiblichen Pflanzen. Bei der Nutzung als Faserpflanze werden die vegetativen, nicht blühenden Sprossen verwertet. Die Anbausysteme hängen daher stark von der Nutzung ab.

Studien weisen auf ein mögliches arzneiliches Potential von medizinischem Cannabis bei gewissen Krebsformen.Die medizinische Anwendung von Cannabis und Cannabinoiden wird derzeit intensiv erforscht. Die Anwendung bei psychischen Beschwerden ist möglicherweise kontraproduktiv.

Als Medizinalhanf kommen sowohl Cannabis sativa als auch Cannabis indica zur Verwendung. Kulturhanf wird nur selten, in weitgehend naturbelassener (und nicht berauschender) Form, als Hanföl und ätherisches Hanföl eingesetzt.

Hanfsamen, die für den menschlichen Verzehr hergestellt werden, enthalten Proteine, Kohlenhydrate und Fette (hauptsächlich in Form Hanfsamen-Öl) ebenso wie einen hohen Anteil an Ballaststoffen und verschiedene Vitamine und Mineralien.

Die Hanfnuss und das daraus gewonnene Hanföl gelten als nahrhaftes Nahrungsmittel. Hanfnüsse und Hanföl enthalten mehr als 90 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Hier sind besonders die essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolsäure hervorzuheben.

Gerade die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure kommt in sehr wenigen Speiseölen in solch großen Mengenanteilen vor. Hanföl ist durch seine insgesamt ausgewogene Fettsäurezusammensetzung ein sehr wertvolles Speiseöl. Es eignet sich sehr gut für die Küche, nicht nur wegen seines besonderen Geschmacks, sondern auch wegen seines Reichtums an lebenswichtigen Fettsäuren.

Durch Hanflebensmittel kann eine gesunde Ernährung durch die wertvollen Inhaltsstoffe in idealer Weise abgerundet werden. Im Handel sind Hanfblätter-Tee, Hanfsamen, Hanföl, Hanfmehl, Hanf-Protein-Pulver und Hanfgetränke wie Bier oder Limonade erhältlich. Die Hanf-Nüsschen eignen sich ideal als Beigabe zum Müsli oder Dessert, als Zutat im Bratling oder der Gemüsepfanne.

Haselnussöl: Haselnussöl ist ein aus Kernen (Nüssen) des Haselnussstrauches (Corylus avellana) durch Pressung gewonnenes fettes Pflanzenöl. Das Öl ist klar, hellgelb bis gelbbraun und hat einen nussartigen Geruch und Geschmack. Es wird an der Luft etwas konsistenter, ohne auszutrocknen und löst sich in 350 Teilen kaltem Alkohol.

Es wird als Speiseöl, in der Lebensmittelindustrie als geschmacktragendes Backöl, als Haut- oder Massageöl und Zusatz in vielen Nahrungsmitteln und als Inhaltsstoff diverser Kosmetika verwendet. Haselnussöl ist nicht lange haltbar.

Heidelbeere: Von der Amerikanischen Heidelbeere unterscheidet sich die eurasische Heidelbeere dadurch, dass sich die farbgebenden Anthocyane sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch befinden und sie so durch und durch blau gefärbt ist.

Bei der seit etwa 1900 aus der Amerikanischen Heidelbeere gezüchteten Kulturheidelbeere befinden sich die Farbstoffe nur in der Schale, weshalb diese ein helles Fruchtfleisch aufweist und keine „blauen Zähne“ verursacht.

Außerdem ist die Kulturheidelbeere doppelt bis mehrfach so groß wie die echte Heidelbeere und schmeckt weit weniger aromatisch als die Wildfrüchte, ist dafür aber länger lagerfähig.

Als Heildroge dienen die getrockneten, reifen Früchte bzw. die frischen oder tiefgefrorenen Früchte. Weiterhin die getrockneten Blätter.

Hauptwirkstoffe: In den Früchten Catechingerbstoffe, dimere Proanthocyanidine, Anthocyanidine (wie z. B. Astragalin), Flavonoide, Caffeoylsäuren, Fruchtsäuren, Pektine, Invertzucker.

Anwendung: Die getrockneten Beeren sind aufgrund des Gerbstoffgehalts und der Pektine ein beliebtes Volksheilmittel gegen Durchfall, ebenso der mit Rotwein angesetzte Heidelbeerwein. Frische Früchte in größeren Mengen genossen wirken dagegen abführend.

Der verdünnte Saft oder 10%ige Abkochungen können als Gurgelmittel bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet werden.

Die isolierten Anthocyanidine haben eine kapillarabdichtende Wirkung bei krankhafter Kapillarbrüchigkeit, z. B. bei Diabetes, und sie werden in Fertigpräparaten gegen Netzhauterkrankungen und Störungen des Nacht- und Dämmerungssehens, zur Epithelregeneration bei Magen- und Darmgeschwüren, äußerlich zur Vernarbung von Wunden eingesetzt.

Himbeere: Die Himbeere ist bereits seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt. Der Gehalt an Vitamin C, Kalium und Fruchtsäuren soll die Abwehrkräfte und die Wundheilung fördern. Im Mittelalter wurde sie vor allem in Klöstern kultiviert.

Die Pflanze ist eine wegen ihrer Früchte beliebte Gartenpflanze. Die durch ihren hohen Vitamingehalt äußerst gesunden Früchte werden häufig roh verzehrt oder beispielsweise als Marmelade, Gelee, Kompott, Saft, Kuchenbelag, Kaltschale oder Fruchtgrütze vielfältig in der Küche verwendet.

Aufgrund ihres geringen Zuckergehalts sind Himbeeren besonders kalorienarm. Vitamine pro 100 Gramm u.a.: Vitamin C 25 mg. Mineralstoffe pro 100 Gramm u.a.: Calcium 40 mg, Magnesium 30 mg. Beispiel: 100 Gramm Himbeeren enthalten 1300 mg Zitronensäure, 190 mg Kalium, 40 mg Äpfelsäure und 25 mg Vitamin C.

Holunder, schwarzer: Am bekanntesten der Holunder-Arten ist der Schwarze Holunder, der meist verkürzt als „Holunder“ und in der Pfalz, Altbayern und Österreich als „Holler“ bezeichnet wird.

Peter Kurz, Michael Machatschek & Bernhard Igelhauser bezeichnen den Holunder mit Blick auf die dem Holunder im Volks- und Aberglauben der Landbevölkerung zugeschriebenen Heilwirkungen als „Apotheke des Einödbauern“. Insbesondere der „berühmte Fliedertee wurde Grundbestandteil der sogenannten Bauernapotheke“.

Im August und September beginnen die anfangs roten, später schwarzen Vitamin-C- und Kalium-reichen, ungefähr sechs Millimeter großen „Beeren“ zu reifen. Bei den Früchten handelt es sich eigentlich um Steinfrüchte, die auch als „Fliederbeeren“ bezeichnet werden. Die Beeren sind nach dem Abkochen oder Vergären essbar.

Bei etwa 20 mg Trockengewicht einer Beere enthält eine reife Beere also 0,0001 mg Blausäure-Äquivalent. Der menschliche Körper kann Blausäureverbindungen zum Teil abbauen. Als unbedenklich für den Verzehr gelten bis zu 0,02 mg Blausäure-Äquivalente/kg Körpergewicht,

Bei Aufnahme größerer Mengen an Früchten kann Erbrechen und Diarrhöe auftreten. Der Genuss roher Früchte sollte daher vermieden werden. Rinde und Mark enthalten Calciumoxalat-Kristalle.

Durch Erhitzen zerfallen die cyanogenen Glycoside und der Gehalt an cyanogenen Glycosiden in den Beeren wird stark verringert.

Der Verzehr einer in Butter gebratenen Holunderdolde um 12 Uhr mittags am Johannistag unter der Feueresse, dem Sitz der Hausgeister, galt früher als Maßnahme, um ein Jahr lang Fieber abzuwehren.

Die Wirkung des Holundertees als wirksames Mittel gegen Halsschmerzen war in alten Zeiten an die Ernte der Blüten vor Sonnenaufgang geknüpft.

Da die Beeren des Holunders schwach giftig sind, kann es in manchen Fällen nach rohem Verzehr einer größeren Menge von Beeren beim Menschen zu Übelkeit bis hin zu Erbrechen kommen. Die Beeren müssen daher vor der Verarbeitung zu Gelee, Mus, Muttersaft oder Obstwein erhitzt werden.

Die Verwendung des eingedickten Saftes aus den Früchten in Grog ist in manchen Gegenden üblich (d. h. mit heißem Wasser und Rum gemischt). Die Beeren lassen sich problemlos einfrieren. Der Saft ist in der gustatorischen Wahrnehmung sehr aromatisch, aber säurearm und kaum süß. Daher wird er oft mit Apfel-, Birnen- oder anderen süßen Fruchtsäften gemischt.

Aus Holunderbeeren kann Wein und Obstbrand hergestellt werden. Dazu werden die reifen Beeren verwendet, die vor dem Maischen von den Dolden entfernt werden.

Honigbusch-Tee: Die Honigbüsche sind auch unter ihren englische Trivialnamen „honeybush“ oder „bush tea“ (Afrikaans „Heunigbostee“ oder „Boertee“) bekannt.
Sowohl vegetative Pflanzenteile, als auch die Blüten werden für die Herstellung von Honigbusch-Tee verwendet.

Die Blüten verbreiten einen „Honig“-Geruch, weshalb der Tee während der Blüte geerntet wird, da in dieser Zeit das Aroma am süßesten ist. Aufgrund seines sehr niedrigen Anteils an Gerbsäure ist der koffeinfreie Honigbuschtee sehr wohltuend und bekömmlich.

Hopfen, echter: Echter Hopfen wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2007 gekürt. Ein geringer Anteil des geernteten Hopfens wird zu medizinischen Zwecken, hauptsächlich als Sedierungsmittel, verwendet.

Wertbestimmende Bestandteile der Hopfendolde sind eine Harzfraktion (Hopfenbitterstoffe) und ein ätherisches Öl, das Hopfenöl. Daneben sind Rohfasern (15 %), Eiweiße (20 %) und mineralische Bestandteile (8 %), Polyphenole (Tannine) (2–5 %) enthalten.

Zubereitungen aus Hopfenzapfen werden als leichtes Einschlaf- und Beruhigungsmittel genutzt. Im Handel sind Hopfenextrakte als Fertigarzneimittel erhältlich, oft im Gemisch mit anderen pflanzlichen Sedativa wie Baldrian. Deren Wirksamkeit wurde von der Kommission E des BfArM bestätigt.

Seine Bedeutung erreichte der Hopfen ursprünglich durch die Tatsache, dass seine Bitterstoffe beim Brauen von Bier aufgrund ihrer bakteriziden Wirksamkeit wesentlich zur Haltbarkeit des Gebräus beitrugen.

Die antiseptische Kraft des Hopfens wurde bereits 1153 n. Chr. von Hildegard von Bingen beschrieben mit den Worten „putredines prohibet in amaritudine sua“ (seine Bitterkeit verhindert die Fäulnis).

In der Aromatherapie werden Hopfenblüten als „Aromakissen“ oder Hopfenauszüge als Badezusatz verwendet. Eine östrogene Wirkung des Hopfens geht hauptsächlich auf den Gehalt an Hopein (8-Prenylnaringenin) zurück.

Seit einigen Jahren gewinnt auch die Ernte von Hopfenspargel wieder an Bedeutung. Hierbei werden in einem zwei- bis dreiwöchigen Zeitraum in den Monaten März und April (je nach Witterung) die weißen, frisch ausgetriebenen Sprösslinge des Hopfens aus der Erde gegraben und regional als Spezialität angeboten.

Die sehr kurze Saison und die zeitaufwändige, weil in Handarbeit erfolgende Ernte machen den Hopfenspargel zu einer der teuersten in Deutschland angebauten Gemüsesorten.

Huflattich: Der Huflattich war in Deutschland die Heilpflanze des Jahres 1994. Inhaltsstoffe sind unter anderem Polysaccharide, Schleimstoffe, Sterole, Bitterstoffe und Gerbstoffe.

Der Huflattich gilt als bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz und wirkt schleimlösend. Arzneilich wirksamster Teil sind die Blätter (Droge: Farfarae folium). Der Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln.

Schon Dioskurides, Plinius und Galenos empfehlen den Rauch der angezündeten Blätter gegen Husten. Auch Hildegard von Bingen weist auf die Heilkraft des Huflattichs bei Erkrankung der Atmungsorgane hin.

Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes sah eine Wirksamkeit von Huflattichblättern gegeben bei „akuten Katarrhen der Luftwege mit Husten und Heiserkeit“ sowie „akuten, leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut“, was die Zulassung als Arzneimittel in Deutschland begründete.

Zubereitungen aus Huflattichblättern und -blüten enthalten mutagene und potentiell karzinogene Pyrrolizidinalkaloide (PA). Nach aktuellem Erkenntnisstand dürfen Huflattichblätter-haltige Arzneimittel – egal in welcher Darreichungsform – einen Grenzwert von 1 μg PA pro maximal deklarierter Tagesdosis nicht überschreiten.

Der in der Kommission E-Monographie genannte Grenzwert von 10 μg PA ist damit nicht mehr gültig. Dies bedeutet, dass nur geprüfte Heilpflanzendrogen aus kontrollierten Kulturen mit reduziertem PA-Gehalt angewendet werden sollten.

Im Fall von Huflattich wurden in den letzten Jahren PA-freie Sorten herausselektioniert, was die Herstellung von Huflattich-Arzneimitteln prinzipiell wieder erlaubt;

Ingwer: Der Ingwer wird als (ebenfalls Ingwer genanntes) Küchengewürz oder Arzneidroge (z. B. bei Husten) verwendet. Der Geruch des Ingwers ist aromatisch, der Geschmack brennend scharf und würzig.

Wesentliche Bestandteile sind dabei ein ätherisches Öl, Harzsäuren und neutrales Harz sowie Gingerol, eine scharf aromatische Substanz. Das Gingerol verleiht dem Ingwer die Schärfe.

Ingwer hat eine antibakterielle sowie virostatische Wirkung, wirkt antiemetisch (vor Erbrechen schützend), fördert die Durchblutung, steigert die Gallensaft-Produktion.

Ingwer enthält auch Zingiberen, Zingiberol, Shogaol und Diarylheptanoide. Außerdem enthält das Ingwer-Rhizom auch die verdauungsfördernden, magenstärkenden, appetit- und kreislaufanregenden Stoffe Borneol, Cineol, die Scharfstoffe Shogaol und Zingeron sowie Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Lebensmittelchemiker fanden heraus, dass der im Ingwer enthaltene Scharfstoff Gingerol-6 Mundgeruch neutralisieren kann, indem er genau das Speichelenzym stimuliert, das Schwefelverbindungen zu lösen imstande ist.

Ingwer wird häufig in der Getränke- (Ginger Ale, Ingwerbier) und Lebensmittelindustrie verwendet. Ginger Ale ist eine alkoholfreie Limonade mit Ingwergeschmack, die vor allem um die Mitte des 20. Jahrhunderts beliebt war.

Wegen seiner anregenden Wirkung auf die Schweißbildung ist Ingwer in heißen Ländern als Zusatz in Kaffee oder Tee beliebt. Auch reiner Ingwertee ist gebräuchlich.

Der „Ingwer-Wurzelstock“ enthält einen zähflüssigen Balsam (Oleoresin), der aus ätherischen Ölen und einem Scharfstoffanteil, den Gingerolen und Shogaolen, besteht.

Zubereitungen aus dem „Ingwer-Wurzelstock“ werden antioxidative, antiemetische, entzündungshemmende sowie anregende Effekte auf die Magensaft-, Speichel- und Gallenbildung sowie die Darmfunktion zugesprochen und daher insbesondere in der traditionellen asiatischen Medizin auch zur Behandlung von Rheuma, Muskelschmerzen oder Erkältungen verordnet.

Die Kommission E und die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) befürworten die Anwendung von Ingwerwurzeln bei Magen-Darm-Beschwerden und gegen Übelkeit.

Ingwer (Thai-): Er dient als Gewürz und gilt als unverzichtbarer Bestandteil der meisten Gewürzpasten in der thailändischen Küche. Die Bezeichnungen sind nicht ganz eindeutig, so spricht man mitunter von Großer Galgant oder Galangawurzel.

Der Genuss von Thai-Ingwer soll sich förderlich auf die Verdauung auswirken. Deshalb trinkt man den Saft aus einer Mischung der geriebenen Wurzel und Zitronensaft gegen Magenschmerzen. Gegen Hautausschläge können Umschläge mit Galgantpulver helfen. Galgant ist auch Bestandteil der Kräuterarznei Schwedenbitter.

Vom Thai-Ingwer wird nur das gelbliche, holzige Rhizom mit den roséfarbenen Seitensprossen genutzt, sowie junge Stiele. Die „Knolle“ wird geschält und anschließend zerkleinert: für die Verwendung in Gewürzpasten wird sie püriert.

(Kaeng Khiao Wan ist ein Gericht der klassischen Thai-Küche. Außerhalb Thailands ist es als Grünes Thai-Curry bekannt. Die grüne Farbe des Gerichts rührt von den Zutaten her, die fast ausschließlich grün sind).

Für die Verwendung in Suppen wird die „Knolle“ in Scheiben geschnitten (z. B.: Tom yam = heiße sauer-scharfe Suppe der thailändischen Küche). Der Geschmack erinnert nur entfernt an Ingwer. Er ist scharf, kiefernharzartig und hat eine seifige Komponente. Der Geschmack wird durch ätherisches Öl und Harze (Galganol, Alpinol) bewirkt.

Johanniskraut, echtes: Bekannt ist vor allem das auch als Antidepressivum medizinisch genutzte Echte Johanniskraut. Volkstümlich wird das Echte Johanniskraut auch als Herrgottsblut bezeichnet. Der Name bezieht sich auf Johannes den Täufer, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum blüht

Das Echte Johanniskraut findet Anwendung als Heilpflanze, vor allem als mildes Antidepressivum. Johanniskraut guter Qualität enthält durchschnittlich 0,1–0,15 % Gesamt-Hypericine (Ph. Eur. 5.0, S. 2485), welche vor allem in den Exkretblättern der Blüten und Knospen lokalisiert sind. Diese setzen sich aus durchschnittlich 0,2–0,3 % Hypericin, Pseudohypericin und ähnlichen Substanzen zusammen.

Für die Wirksamkeit sind des Weiteren 2–4 % Flavonoide und Bioflavone verantwortlich. Bisher ausschließlich in dieser Art nachgewiesen wurden das antibiotisch wirksame Hyperforin sowie das Adhyperforin in den Blüten (2 %) und Früchten (4 %).

Ein weiterer medizinisch wirksamer Inhaltsstoff ist mit bis zu 7,2 % Gehalt im ätherischen Öl das Sesquiterpen Spathulenol. Echtes Johanniskraut ist eines der in Europa am häufigsten als Beruhigungsmittel und Antidepressivum eingesetzten Phytopharmaka.

Die Wirksamkeit ist besser belegt als bei anderen pflanzlichen Präparaten mit vergleichbarem Anwendungsgebiet, wie etwa Lavendelöl und Passionsblumenextrakt, wenn es auch Kritik an der Methodik und Aussagekraft der Studien gibt. Im Allgemeinen sind weniger Nebenwirkungen zu erwarten als bei synthetischen Standard-Antidepressiva.

Eine Studie über die Wirkung der kombinierten Einnahme mit Extrakt aus der Passionsblume (Passiflora incarnata) kam zu dem Ergebnis, dass die Wiederaufnahmehemmung für Serotonin gesteigert wurde.

Beträgt die Hemmung bei Echtem Johanniskraut alleine 60 %, so bringt die Kombination mit Passionsblumenextrakt die Wirksamkeit in den Bereich des zum Vergleich herangezogenen Fluvoxamins, bei dem die Hemmung 90 % beträgt.

Echtes Johanniskraut wurde im Herbst 2014 von Wissenschaftlern der Universität Würzburg („Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“) mit Verweis auf das große medizinische Potenzial zur „Arzneipflanze des Jahres 2015“ gewählt.

Kombinationspräparate von Johanniskraut, Passionsblume und Baldrian werden ebenfalls angeboten. Johanniskraut-Arzneimittel sind im Allgemeinen gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf.

Johanniskraut kann auch geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und Müdigkeit und eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) hervorrufen, da Hypericin die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht erhöht (Photosensibilitätsreaktion).

Das Johanniskrautöl („Rotöl, Johannisöl“) wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung nach Verrenkungen und Verstauchungen, zur Wundheilung (Johanniskraut wirkt entzündungshemmend), bei Blutergüssen und Gürtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden.

Auch sollen Sonnenbrand und Verbrennungen gelindert werden. Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, „kaltes Öl“. Gewonnen wird es, indem Johanniskrautblüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt werden, gelegentlich kräftig geschüttelt und in der Sonne stehen gelassen wird. Diesen Vorgang wird Mazeration genannt.

Mit einem Ansatzschnaps aus Blüten und Kraut werden Einschlafstörungen und innere Unruhe behandelt.

 

Bitte beachten Sie

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema für Erwachsene. Die angeführten Empfehlungen gelten nicht für Kinder, Schwangere und Stillende. Das Thema dient keinesfalls der Selbstdiagnose  oder Selbstbehandlung und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt.

Vintagebuch Tipp:

Ihr Pflanzenkompass für die Naturapotheke: Powerfrucht Grapefruit – Ihre Kraft steckt in den Kernen
von Jens Meyer-Wegener
Taschenbuch: 60 Seiten
Verlag: Hartmann-Verlag
Auflage: 2 (20. Februar 2007)
Sprache: Deutsch
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Eher ein Fall für Eingeweihte ist dagegen die Anwendung eines Extraktes aus den Kernen dieser exotischen Frucht. Diese weisen, wenn sie nach einem speziellen Verfahren verarbeitet werden, eine Fülle von positiven Wirkungen auf.

Anhand zahlreicher praktischer Beispiele werden in diesem Buch die vielseitigen Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten des Grapefruitkernextrakts in der Gesundheitsvorsorge anschaulich vorgestellt.

Seitenübersicht:

A. Einleitung: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
B. Quellen / Wikipedia: http://www.vintagebuch.de/b-quellverzeichnis-immunsystem-staerken/
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01. Acker-Schachtelhalm: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
02. Cashewkerne: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
03. Galgant: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
04. Kalmus: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
05. Lauch: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
06. Odermennig: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
07. Rhabarber: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
08. Safran: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
09. Tausendgüldenkraut: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
10. Wacholder: Immunsystem stärken und vor Viren schützen