Acker-Schachtelhalm, Aloe bis Buchweizen:  Immunsystem stärken und vor Viren schützen

Von | April 16, 2020

Acker-Schachtelhalm: Der Acker-Schachtelhalm war als Heilpflanze einige Zeit fast vergessen, Sebastian Kneipp machte ihn wieder bekannt.

Die Kommission E empfiehlt Schachtelhalmkraut innerlich bei Ödemen, sofern sie nicht von eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion rühren, als Durchspülungstherapie bei Harnwegsentzündungen und Nierengries (mittlere Tagesdosis 6 g Droge), hierbei ist auf ausreichendes Trinken zu achten, äußerlich bei schlecht heilenden Wunden (Umschläge mit 10 g Droge auf 1 l Wasser).

In Literatur und Verzeichnissen zu Pflanzenheilkunde, Kosmetik und Körperpflege finden sich folgende Angaben: Inhaltsstoffe seien etwa 10 % Kieselsäure und die als therapeutisch wirksam bekannten Bestandteile Flavonoide, Pflanzensäuren, Glykoside, Kalium und Carbonsäuren.

Des Weiteren finden sich Angaben, wonach das Schachtelhalmkraut mehr als 10 % mineralische Bestandteile, davon etwa zwei Drittel Kieselsäure, davon etwa 10 % wasserlösliche Silikate, außerdem 1,5 % Aluminium- und Kaliumchlorid enthalte.

Folgende Eigenschaften und Wirkungen werden dem Acker-Schachtelhalm in der Literatur über Heilpflanzen zugeschrieben: Das Aroma der getrockneten Pflanze ist beinahe neutral. Beim Kauen der Pflanze knirscht es etwas zwischen den Zähnen, was von der Kieselsäure herrührt.

Der in der Apotheke auch Equiseti herba genannte Schachtelhalm- oder auch Zinnkraut-Tee wird zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Nieren und Harnwege und bei Nierengries verwendet.

Er eignet sich auch zur Behandlung von chronischem Husten und zur Ausschwemmung von Ödemen. Auch in der Arthrosemedizin finden Konzentrate (Elixier) erfolgreich Anwendung. Heute ist Acker-Schachtelhalm Bestandteil vieler standardisierter Präparate, wie Rheuma-, Husten-, Nieren-, Blasen- und Blutreinigungstees.

Wegen des hohen Kieselsäuregehaltes wird dem Acker-Schachtelhalm in erster Linie eine stärkende Wirkung auf das Bindegewebe zugeschrieben, er soll den Stoffwechsel und die Durchblutung fördern und blutstillend wirken.

Er zeigt leicht harntreibende (diuretische), abschwellende und immunstimulierende Effekte und stärkt das Verdauungssystem. Nebenwirkungen sind ebenso wenig bekannt wie z. B. die Folgen einer Verdauungsstärkung.

Äußerlich verwendet man Schachtelhalmkraut beispielsweise bei der Behandlung schlecht heilender Wunden, in Bädern bei Frostschäden, Durchblutungsstörungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, rheumatischen Beschwerden sowie bei Wundliegen.

In der Kosmetik werden Extrakte des Acker-Schachtelhalms besonders zur Stärkung des Bindegewebes, zur Entzündungshemmung, Hautstraffung, Durchblutungsförderung und einer adstringierenden Wirkung wegen verwendet.

Gegen fettiges Haar wird Schachtelhalm in der Kosmetik genutzt und Sportler verwenden Konzentrate des Acker-Schachtelhalms zur Stärkung von Sehnen und Bändern.

Ahornblättrige Platane (Waldbaden): In Herzogenrath wurde etwa 1750 eine Ahornblättrige Platane gepflanzt, die damit zu den ältesten dieser Art gehört. Sie ist 33 Meter hoch und besitzt einen Stammumfang von 6,05 Metern.

Sie ist um 1650 durch eine Kreuzung aus der Amerikanischen Platane und Morgenländischen Platane entstanden. Aufgrund ihrer Blattform wird die Ahornblättrige Platane oft für eine Ahorn-Art gehalten. Beim Menschen können die beim Zerfall der Fruchtstände sich zum Teil ablösenden Haare zu Heuschnupfen ähnlichen Zuständen führen.

Nach Erich Oberdorfer (Biologe) kommt die Art optimal vor auf frischen, tiefgründigen Auenböden in Gebieten ohne strenge Winterfröste.

In Baden-Württemberg wurden Sämlinge besonders am Ufer des Neckars bei Stuttgart beobachtet. Das ist nicht überraschend, da ja beide Elternarten ursprünglich in Auwäldern wachsen.

Die Ahornblättrige Platane toleriert durch Abgase verschmutzte Luft, reinigt diese und gilt als unempfindlich gegenüber verdichteten Böden. Auf ausreichend großen Plätzen bietet sie mit dem dichten Laub im Sommer Schattenplätze, nicht nur als weit ausladender Großbaum.

Aloe, echte: Die Echte Aloe ist offizinelle Stammpflanze von Aloe, eine aus dem Blattsaft durch Eindampfen bis zur Trocknung gewonnene pharmazeutische Droge.

Der Saft fließt nach dem Abschlagen der Blätter an der Basis der Pflanze spontan aus. Durch langsames, schonendes Eindampfen an der Sonne oder im Vakuum entsteht der mattbraune Aloe-hepatica-Typ („Leberaloe“), durch rasches, strapazierendes Eindampfen entsteht der tiefbraune, glasige Aloe-lucida-Typ mit glänzenden Bruchflächen.

Die aus der Echten Aloe gewonnene „Curaçao-Aloe“ enthält als wesentlichen Inhaltsstoff den 1,8-Dihydroxyanthracen-Abkömmling Aloin (25 bis 40 %, bzw. 35 bis 38 %), welches ein Diastereomerengemisch aus Aloin A und Aloin B darstellt.

Weiterhin enthalten sind die Anthranoide Aloeemodin und Chrysophanol sowie das bitterschmeckende Polyketid Aloeresin (hauptsächlich Aloeresin B). Charakteristisch ist das Vorkommen von 7-Hydroxyaloin A und B, das der Abgrenzung gegenüber der Kap-Aloe dient.

Das in der Aloe enthaltene Aloin wirkt stark abführend, weswegen standardisierte Aloe bzw. deren Zubereitungen zur kurzfristigen Behandlung gelegentlich auftretender Obstipation (Verstopfung) verwendet werden kann.

Bei längerer Einnahme von Aloe kann es zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt kommen, insbesondere zu Kaliumverlusten. Im Urin können Eiweiß und Blut auftreten (Proteinurie, Hämaturie).

Bei Überdosierung kommt es zu Vergiftungserscheinungen, die sich in krampfartigen Schmerzen und schweren Durchfällen äußern, die zu lebensbedrohlichen Elektrolyt- und Wasserverlusten führen können.

Die Pflanze soll in schwacher Dosierung den Abfluss der Menstruation steigern sowie könne der frische Saft äußerlich bei geringfügigen Verbrennungen, Sonnenbrand und Insektenstichen angewendet werden.

Durch Stimulieren von Gebärmutterreaktionen und durch Ausscheiden über die Muttermilch soll die Pflanze während der Schwangerschaft und dem Stillen vermieden werden.

Ein weiteres von der Echten Aloe stammendes Produkt ist das „Aloe-vera-Gel“, das aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen wird.

Durch den Gehalt an hauptsächlich aus D-Glucose und D-Mannose aufgebauten Polysacchariden weist es eine schleimartige Konsistenz auf. Das Gel kann ferner Einfachzucker wie Glucose, Mannose, Galactose und Xylose sowie wasserlösliche Vitamine, Aminosäuren, Amylase, alkalische Phosphatase, Lipase und Salicylsäure enthalten, außerdem Glykoproteine und Aloenine.

Aloe-vera-Gel ist bei entsprechend sorgfältiger Gewinnung frei von dem abführend wirkenden Aloin, das außerhalb des Wasserspeichergewebes in dem gelben Saft unter der Blattrinde vorkommt.

Aloe-vera-Gel wird kosmetisch und volksmedizinisch in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Dem Gel werden entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Eigenschaften zugeschrieben.

Amacha Tee: Amacha ist eine japanische Teesorte, die aus den geriebenen Blättern der Gartenhortensie hergestellt wird, genau genommen der in Japan verbreiteten Unterart Hydrangea macrophylla var. thunbergii.

Der Tee enthält Tannine und Phyllodulcin, einen Süßstoff, der 250-mal süßer ist als Zucker. Daher auch der Name Amacha, was übersetzt „süßer Tee“ bedeutet. Koffein enthält der Aufguss dagegen nicht. Der Tee wird bei der Kanbutsue-Messe, der Feier von Buddhas Geburtstag im japanischen Buddhismus am 8. April, verwendet.

Außerdem wird der Tee als Naturheilmittel eingesetzt, wegen seiner Wirkung als Antiallergikum (Symptome einer allergischen Erkrankung werden beseitigt oder zumindest gelindert) und zur Bekämpfung von Parodontitis (weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates).

Andorn, gewöhnlicher: Die Art wurde früher häufig als Heilpflanze kultiviert. Von Wissenschaftlern der Universität Würzburg wurde Andorn zur Arzneipflanze des Jahres 2018 ausgerufen.

Der Andorn enthält den Bitterstoff Marrubiin, ein Furanolabdan-Diterpen sowie ätherische Öle, Schleim, Harze, Wachse und Gerbstoffe. Als Droge dient das sogenannte Andornkraut; das sind die getrockneten Blätter und oberen Stängelteile (Marrubii herba).

Andornkraut wird in der Volksheilkunde als Teezubereitung eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Gallenbeschwerden und bei Bronchialkatarrhen.

In der Schulmedizin ist die Droge weniger anerkannt, obwohl sie als Bittermittel nachweislich anregend auf die Speichel-, Magensaft- und Gallensekretion wirkt. Auch von einer schleimlösenden Wirkung wird berichtet.

Der Einsatz der krautigen Pflanze bei Katarrhen der Atemwege, insbesondere Bronchitis, sowie bei Verdauungsbeschwerden ist bereits seit über 2000 Jahren dokumentiert. Heute wird Andornkraut in Deutschland zur Schleimlösung bei Husten im Rahmen von Erkältungen angewendet.

Als Fertigarzneimittel stehen ein Extrakt in Form von Bronchialtropfen und Frischpflanzenpresssäfte zur Verfügung. Andorn wirkt schleimlösend bei festsitzendem Schleim, antientzündlich und krampflösend.

Anis: Anis wird als Gewürz- sowie Heilpflanze verwendet und war in Deutschland die Heilpflanze des Jahres 2014. Als Anis werden auch die Früchte der Pflanze bezeichnet.

Das Aroma wird von Anethol bestimmt, das mit 90 % der Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist. Pflanzen mit sehr ähnlichem Aroma sind Fenchel (der den Anis in Asien vollständig ersetzt), der Sternanis und die heutzutage selten verwendete Süßdolde.

Ein heißer Aufguss (Infus) wird aufgrund seiner schleimlösenden (sekretolytischen) und sekretomotorischen Wirkung als Hustenmittel (Expektorans), auf Grund von krampflösender (spasmolytischer) und blähungstreibender (karminativer) Wirkung auch bei Magen-Darm-Beschwerden, verwendet.

Anis regt die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an. Anistee wird daher – oft auch mit Fenchel und Kümmel gemischt – bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken und Krämpfen eingesetzt.

Für Anistee überbrüht man 1 Teelöffel Anis mit 1 Tasse kochendem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen. Da die ätherischen Öle teilweise über die Lungen wieder ausgeschieden werden, findet Anis auch in vielen Hustentees Verwendung.

Da die ätherischen Öle in Exkretgängen („Ölstriemen“) lagern, können die Früchte vor Gebrauch angestoßen werden, um die Wirkstofffreisetzung zu beschleunigen. Allerdings sinkt dadurch die Haltbarkeit, da das ätherische Öl flüchtig ist.

Apfelsorten: Als Heilpflanze taucht der Apfel bereits in einer alten Schriften auf. Festhalten lässt sich, dass der Verzehr von Früchten mit Schale und im Allgemeinen eine adstringierende sowie eine abführende und keimtötende Wirkung besitzt. Der Apfel ist auch gut für den Magen.

Die Apfelfaser ist ein Ballaststoff, der aus entsafteten und getrockneten Äpfeln gewonnen wird. Er enthält einen hohen Anteil an Pektinen. Äpfel aus ökologischer Landwirtschaft sind möglichst zu bevorzugen (Stichwort Pestizide).

Der regelmäßige Verzehr von Äpfeln reduziert das Risiko, an Herz- und Gefäßerkrankungen, Asthma und Lungenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus und Krebs zu erkranken. Bei den Krebserkrankungen sind dies insbesondere Darm- und Lungenkrebs.

Beim Genuss von Apfelsaft soll der trübe Apfelsaft wirksamer sein. Vermutlich sind hier die Procyanidine, die in trübem Apfelsaft in hoher Konzentration vorliegen, die Ursache.

Apfeltee wird als Getränk aus getrockneten oder frischen Apfelstücken zubereitet. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away fasst die gesundheitsfördernde Wirkung der Apfelfrucht zusammen.

Aprikosenkernöl (Marillenkernöl): Aprikosenkernöl enthält in seinen Triglyceriden einen hohen Anteil an essentiellen Fettsäure-Resten sowie Vitamin E. Aprikosenkernöl wird kalt gepresst und in der Regel, sofern es nicht zum Aromatisieren verwendet werden soll, anschließend raffiniert.

Aufgrund des hohen Anteils ungesättigter Fette ist es an sich auch für die Ernährung ein sehr wertvolles Öl. Da es aber – ebenfalls auf Grund seiner ungesättigten Fette – schnell ranzig wird, kommen nur kleine Mengen des mild fruchtigen Öls auf den Markt.

Neben Spuren mehrerer Vitamine enthalten die Triglyceride des Aprikosenkernöl vorwiegend Fettsäurereste, die sich von der Ölsäure und der Linolsäure ableiten: Ölsäure 66,1 %; Linolsäure 25,3 %; Vitamin E ca. 34 mg / 100 ml. Hinzukommen Spuren von Vitamin A, Vitamin B und Niacin. Die Iodzahl liegt zwischen 96 und 109.

Aprikosenkernöl enthält nur sehr geringe Mengen giftigen Cyanwasserstoff (HCN), der aus dem Inhaltsstoff von Steinobstkernen Amygdalin entsteht, da Cyanwasserstoff und Amygdalin nicht fettlöslich sind.

Arganöl: Das Arganöl (auch Arganienöl) ist ein Speiseöl, das aus den Samenplättchen der reifen Beerenfrucht des Arganbaums durch Pressung gewonnen wird. Die ausschließlich im Südwesten Marokkos gelegenen Gebiete der Arganeraie wurde im Jahr 1998 durch die UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Die jahrhundertealten Kenntnisse und Praktiken zur Nutzung des Baumes und seiner Früchte wurden im November 2014 als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Zur Produktion eines Liters werden etwa 30 Kilogramm Früchte benötigt, also die Ernte von 4 bis 5 Bäumen. Dies erklärt den hohen Preis.

Bei der Röstung der Samenplättchen entstehen wie auch bei der Herstellung von Kürbiskernöl charakteristische Aromastoffe; darüber hinaus werden die Bitterstoffe reduziert. Es ist aber auch Öl aus ungerösteten Samen im Handel.

Arganöl hat einen nuss-, moschusartigen, leicht rauchigen Geschmack. Es ist ein vergleichsweise teures Speiseöl. Arganöl wird sowohl in der Gastronomie als auch in der Kosmetik und Haarpflege verwendet.

Marokkaner nutzen das ungeröstete Arganöl, um Hautkrankheiten zu behandeln und verwenden es zur Schönheitspflege von Haut und Haar. Die feuchtigkeitsspendenden und entzündungshemmenden Eigenschaften tragen dazu bei, dass schuppige, trockene und zu Irritationen neigende Haut beruhigt wird. Es kann bei Akne, Abschuppung der Haut und bei Verbrennungen lindernd wirken und zudem noch bei Rheuma eingesetzt werden.

In seiner Fettsäurezusammensetzung schneidet Arganöl im Vergleich zu anderen Ölen eher mittelmäßig ab und ist in etwa vergleichbar mit der Fettsäurezusammensetzung von Erdnussöl. Das Öl enthält 20 % gesättigte Fettsäuren und 80 % ungesättigte Fettsäuren.

Auch das Verhältnis von Linol- zu α-Linolensäure ist als eher ungünstig anzusehen (340:1). Als besonders gesundheitsfördernd wird ein Verhältnis von 4:1 oder 5:1 angesehen.

In Werbeaussagen wird oft der hohe Gehalt an Tocopherolen herausgestellt. Der tatsächliche Gehalt dieser Vitamin-E-aktiven Substanzen rangiert mit ca. 600 mg/kg eher im durchschnittlichen Bereich. Rapsöl hat einen vergleichbaren Gehalt, Weizenkeimöl besitzt einen deutlich höheren Gehalt an Tocopherolen. Gamma-Tocopherol macht etwa 80 % des Gesamtgehaltes aus.

Phytosterine sind pflanzliche Sterine, die im menschlichen Organismus die Bildung von Cholesterin reduzieren können. Der durchschnittliche Gehalt an Phytosterinen liegt bei Arganöl zwischen 1,3 und 2 g/kg. Bei anderen haushaltsüblichen Speiseölen liegt der durchschnittliche Gehalt zwischen 2 und 4 g/kg; Sanddornöl weist sogar über 10 g/kg auf.

Anpreisung: Der Flavonoidgehalt wird mit 56 mg/kg angegeben. Dass Rotwein pro Deziliter bereits mehrere Hundert Milligramm enthält, wird allerdings nicht erwähnt.

Als Speiseöl eignet sich Arganöl zum Eintauchen von Brot, in Couscous, Salaten und ähnlichen Gerichten. Amlou, eine dicke braune Paste mit einer ähnlichen Konsistenz wie Erdnussbutter, wird durch Mahlen von gerösteten Mandeln und Arganöl, vermischt mit etwas Honig, hergestellt und auch als Brotdip verwendet.

Verschiedene Behauptungen bezüglich positiver Auswirkungen auf die Gesundheit durch den Verzehr von Arganöl wurden bereits gemacht. Forscher haben herausgefunden, dass die tägliche Einnahme von Arganöl im Essen wahrscheinlich ein Faktor zu sein scheint, der verschiedene Krebsarten verhindern und sich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas positiv auswirken soll. Die ungesättigten Fettsäuren stärken die Darmschleimhaut und machen sie widerstandsfähiger und unempfindlicher gegen Erkrankungen.

Im Jahr 2005 wurden die Ergebnisse einer Ernährungsinterventionsstudie veröffentlicht, bei der Freiwillige entweder Arganöl oder tierische Fette wie Butter in der Zubereitung ihrer Speisen verwendeten. Es zeigte sich, dass eine regelmäßige Zufuhr von Arganöl statt Butter Cholesterin und Triglyceride im Blut senken kann, ganz ähnlich wie bei Olivenöl und anderen Pflanzenölen.

Arganöl ist nicht wertvoller als andere pflanzliche Öle. Viele Anpreisungen sind falsch oder irreführend und täuschend. Seinen horrenden Preis von rund Fr. 100.– pro Liter ist es zumindest aus gesundheitlichen Gründen nicht wert.

Arnika, echte: Die Echte Arnika wurde zur Blume des Jahres 1986 und zur Arzneipflanze des Jahres 2001 gewählt. Sie gilt als Giftpflanze.

Arnikablüten enthalten als Hauptwirkstoffe Sesquiterpenlactone in veresterter Form, insbesondere Helenalin- und Dihydrohelenalin-Ester, die entzündungshemmend und antimikrobiell wirken.

Wegen der Toxizität von Helenalin bzw. Dihydrohelenalin sollten Tinkturen und Auszüge aus Arnikablüten nicht als Selbstmedikation innerlich angewendet werden.

Eine orale Applikation sollte abgelehnt werden, da die innere Anwendung wegen der geringen therapeutischen Breite nicht ratsam ist. Auch Arnikablüten im Tee können zu Vergiftungen führen.

Die in Arnika enthaltenen Flavonoide und Triterpendiole zeigen – äußerlich angewendet – ebenfalls antiphlogistische (Entzündungshemmung) Wirkung. Ein Kontakt mit Augen und offenen Wunden ist zu vermeiden.

Die Inhaltsstoffe der Arnika können allergische Reaktionen hervorrufen (Juckreiz, Hautausschlag, Blasenbildung, allergisches Kontaktekzem, Kontaktdermatitis).

Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch.

Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren (Ekchymose) eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate gegenüber Placebo feststellen, sei es präventiv oder therapeutisch.

Die Arnika ist Hauptbestandteil der Bildmarke des Naturparks Thüringer Wald. Hier kommt die Arnika auf den Bergwiesen besonders häufig vor.

Aroniabeere (Apfelbeeren): In Deutschland wird die Apfelbeere vor allem in Sachsen, Brandenburg und Bayern angebaut. Eine kontinuierlich steigende Anzahl von Betrieben haben sich inzwischen im Verein Aronia AUSTRIA mit Sitz in Feldbach zusammengeschlossen.

Aufgrund des hohen Flavonoid-, Folsäure-, Pro- Vitamin-A-, Vitamin-B2-, Vitamin-K- und Vitamin-C-Gehalts zählt(e) die Aronia in Polen und Russland zu den Heilpflanzen.

In vitro wurde nachgewiesen, dass Fruchtextrakt von Aronia melanocarpa den oxidativen Stress, hervorgerufen durch Operation oder in verschiedenen Phasen der Chemotherapie, bei Patienten mit invasivem Brustkrebs dank seiner antioxidativen Wirkung signifikant reduziert.

Die erbsengroßen, schwarzen, häufig wachsartig überzogenen Früchte, die ab Mitte August bis Oktober geerntet werden können, schmecken süß-säuerlich-herb und ähnlich der Heidelbeere.

Die Beeren werden entweder getrocknet (wie Rosinen) verwendet, zu Konfitüre verarbeitet (beispielsweise zusammen mit Orangen), oder nach Dampfentsaften als Saft getrunken. Sie finden in gemahlener Form auch häufig Verwendung in selbstgemixten Frucht-Smoothies.

Wie viele pflanzliche Lebensmittel enthalten auch Apfelbeeren cyanogene Glycoside, wobei der Blausäuregehalt frischer Früchte typischerweise etwa 0,6 bis 1,2 Milligramm pro 100 Gramm beträgt.

Nach Einschätzung des Max Rubner-Instituts ist der Genuss kleiner Portionen unbedenklich. Durch Erhitzung reduziert sich der Blausäuregehalt, so dass entsprechend verarbeitete Früchte auch regelmäßig konsumiert werden können.

Artischocke: Artischocken wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Aufgrund unterschiedlicher Wirkmechanismen (vermehrte Ausscheidung von Cholesterin, erhöhter Cholesterinverbrauch zur Gallensäuresynthese als auch Hemmung der Neubildung von Cholesterin in den Leberzellen) soll tatsächlich durch den Verzehr von Artischocken eine Senkung des Gesamtcholesterins um bis zu 12 Prozent möglich sein.

Insofern kommt der Artischocke eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung gegen Arteriosklerose zu.

Der enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel der Leber an. Außer als Gargemüse werden ihre Blätter in Säften, Tees, Trockenextrakten und Tinkturen verwendet. Ihre medizinische und diätetische Wirkung wird auf den Gehalt an Polyphenolen sowie insbesondere speziellen Flavonoiden und Chinasäurederivaten zurückgeführt.

Vor allem Frischpflanzenextrakte aus Artischockenblättern werden erfolgreich in der Therapie der Dyspepsie und Hypercholesterinämie eingesetzt. Die Bildung des protektiven Radikalfängers Stickstoffmonoxid wird signifikant erhöht.

Dadurch können auch Zucker- und Fettstoffwechsel verbessert werden. Auch kardiovaskuläre Erkrankungen und das metabolische Syndrom können positiv beeinflusst werden.

Frischpflanzenextrakte aus Artischocke entfalten im menschlichen Organismus eine stoffwechselstimulierende Wirkung, die mit einer antioxidativen Protektion durch vermehrte Bildung des endogenen Radikalfängers Stickstoffmonoxid verbunden ist.

Stickstoffmonoxid stimuliert die Aktivität und Bildung von Mitochondrien. Dies führt zu einer Verbesserung der Allgemeingesundheit, der Lebensqualität und des Wohlbefindens durch signifikant erhöhte Stoffwechseleffizienz

Bei großen Artischocken sind die unteren fleischigen Teile der Hüllblätter und die Blütenböden (eigentlich Korbböden; das Artischockenherz) essbar.

Die ganzen Blütenköpfe werden gebraten, gekocht oder frittiert. Artischocken werden 20 bis 45 Minuten in Salzwasser mit etwas Zitronensaft gekocht. Die Blätter werden dann abgezupft und der untere Teil mit den Zähnen abgezogen.

In Öl mit Kräutern eingelegt gelten sie als beliebte Komponente mediterraner Antipastiplatten. Artischockenböden werden auch eingelegt und sind unter anderem ein verbreiteter Pizzabelag.

Bei Reizdarm-Veranlagung, der diätetisch behandelt wird, sollten Artischocken zumindest zu Beginn gemieden werden, ebenso wie Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Lauch, Kohlsorten und Pilze. Diese Nahrungsmittel enthalten fermentierbare, schlecht resorbierbare Kohlenhydrate (sog. Fructane), die Blähungen verursachen können.

Augentrost, gemeiner: Der Gemeine oder Große Augentrost wird auch Wiesen-Augentrost genannt. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Der erstmals als euphrasia um 1165 genannte Augentrost wird belegbar seit dem 13. Jahrhundert als Augenheilmittel verwendet. Als Heildroge dienen die getrockneten, während der Blütezeit geernteten oberirdischen Teile, aber auch die ganze frische Pflanze.

Wirkstoffe: Iridoidglykoside wie Aucubin, Euphrosid und Catalpol; Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Lignane, geringe Mengen von ätherischem Öl.

Der Gemeine Augentrost ist eine Droge der Volksmedizin und der Homöopathie. Anwendungsgebiete sind gleichermaßen Husten und Heiserkeit, insbesondere aber Entzündungen der Augenbindehaut und des Lidrandes infolge von Katarrhen und Übermüdung der Augen durch Überanstrengung.

Gegen die innerliche Verwendung als Tee bestehen keine Bedenken; die äußerliche Anwendung in Form von Waschungen, Umschlägen und Bädern am Auge wird aus hygienischen Gründen dagegen nicht empfohlen, da die Zubereitungen oft nicht schwebstoff- und keimfrei sind. Gegen sterile Zubereitungen ist nichts einzuwenden.

Austernpilz / Austernseitling: Der Austernseitling gehört mit dem Kulturchampignon und dem Shiitake zu den drei weltweit wichtigsten Kulturpilzen. In der Tradition unterschiedlicher Kulturen finden verschiedene Pilze als mögliche Heilmittel Verwendung, oft in getrockneter Form.

Diätetisch dienen Austernpilze einer fettarmen ballaststoffreichen Ernährung und bieten daneben eine Vielfalt an besonderen Inhaltsstoffen, wie Spurenelemente, Mykosterine, besondere Polysaccharide oder auch spezifische enzymatisch wirksame Proteine.

Avocado: Während die Schale und der Samen der Frucht nicht genießbar sind, ist das Fruchtfleisch um den großen Samen sehr nahrhaft.

Das Fruchtfleisch der reifen Avocado ist gelb bis grün, weich und von einer fast cremeartigen Konsistenz. Die Avocado hat mit sehr großem Abstand den höchsten Fettgehalt aller bekannten Obst- und Gemüsearten.

Das Fruchtfleisch wird roh gegessen, solange es sich noch nicht grau oder bräunlich verfärbt hat. Es schmeckt pur, leicht gesalzen, mit Paprikapulver gewürzt oder mit Zitronensaft beträufelt als Brotbelag.

Übergewichtige Menschen können durch täglichen Verzehr den Cholesterinwert senken. Verantwortlich soll der Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren sein. Der Effekt ist jedoch gering im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie mit Statinen.

Avocadocreme ist das Mus des Avocadofruchtfleisches. Zur Zubereitung wird das Fruchtfleisch einer reifen Avocado mit einer Gabel zerdrückt oder püriert, anschließend mit Salz oder Kräutersalz und Pfeffer gewürzt.

Die Avocadocreme nun nach Belieben mit Tomaten, Blattkoriander, Chilis, Salatgurke, Knoblauch, Zwiebel, Joghurt oder zahlreichen weiteren Zutaten verfeinern. Man kann die Avocadocreme aber auch süß zubereiten, mit Zitrone oder Limette und braunem Zucker.

Avocadocreme tendiert dazu, sehr schnell braun zu werden. Die Bräunung entsteht durch Oxidation an der Luft. Als Antioxidationsmittel kann die Ascorbinsäure des Zitronen- oder Limettensafts dienen, was zusätzlich den Geschmack abrundet.

In Australien und Neuseeland werden Avocados üblicherweise in Sandwiches, auf Toast oder mit Huhn serviert. In Mexiko und Zentralamerika mischt man Avocados in Reis, Suppen, Salate oder Fleisch.

Die Chilenen machen aus der Avocado eine püreeartige Soße und essen diese zu Huhn oder schneiden sie in Scheiben und servieren sie mit Sellerie oder Salat. Avocados sind darüber hinaus aufgrund ihres Nährwerts auch in der veganen Küche sehr geschätzt.

Avocadoöl: Avocadoöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Früchten des Avocadobaums gewonnen wird. Es ist wie das Olivenöl ein Fruchtfleischöl, das Mesokarp enthält bis zu 30 % Fett, wobei der Fettgehalt der verschiedenen Kultivare (Kulturpflanzen) stark schwankt.

Avocadoöl ist ein Triglycerid, also ein Gemisch vieler Triester des Glycerins mit wechselnden Anteilen von Fettsäureresten. Von den Fettsäureresten ist der Ölsäurerest mit einem Anteil von rund 52 % dominierend.

Das leicht trübe Avocadoöl ist dunkelgelb-braun, grünlich und riecht fruchtig-lieblich, leicht muffig und säuerlich. Die grünliche Trübung wird durch den hohen Gehalt an Pigmenten (Chlorophyll, Carotinoide) hervorgerufen. Wie alle Öle pflanzlichen Ursprungs enthält auch Avocadoöl Phytosterine, insbesondere β-Sitosterin.

Das Avocadoöl dient als aromatisierendes Speiseöl. Daneben wird es zur Herstellung von Hautpflegeprodukten verwendet.

Babassuöl: Babassuöl (INCI: Orbignya oleifera) ist ein gelblich-weißes Pflanzenfett, das aus den Samen der südamerikanischen Babassu- oder Cusipalme (Attalea speciosa) gewonnen wird.

Aufgrund seines Schmelzpunktes ist es bei Raumtemperatur halbfest, talgartig, in flüssiger Form ist es ein klares, gelbes Öl. Der Geruch des nativen Fettes ist nussig-kokosartig bis -talgig, raffiniert ist es geruchlos.

Babassuöl wird als Lebensmittel, aber auch für die Herstellung von Hautpflegeprodukten verwendet. Die Eigenschaften des Öls ähneln dem Kokosnussöl und es wird auch für Herstellung einer ähnlichen Produktpalette verwendet und ersetzt dieses im steigenden Maße.

Babassuöl ist – chemisch betrachtet – ein Gemisch verschiedener Triester des Glycerins und hat einen Schmelzpunkt, der relativ nah an der Körpertemperatur des Menschen liegt. Wird Babassuöl auf die Haut aufgetragen, kann es durch den Wärmeübergang einen Kühleffekt erzeugen. Babassuöl hat pflegende, schützende und weichmachende Eigenschaften und soll der Austrocknung entgegenwirken.

Baldrian, echter: Baldrian enthält unter anderem ätherisches Öl (neben Valerensäure unter anderem auch die Isovaleriansäure, die für den charakteristischen Geruch des Wurzelstocks verantwortlich ist), Valepotriate und Alkaloide.

Das Flavonoid Linarin hat sedierende Wirkung und ist mit für die Hauptwirkung auf den Menschen verantwortlich. Nachgesagt wird der Baldrianwurzel unter anderem eine Wirksamkeit bei Unruhe- und Angstzuständen, Schlafstörungen, nervös bedingten Herzbeschwerden und krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

So ist noch immer unklar, ob Baldrian-Präparate bei Schlafstörungen helfen oder Angstzustände lindern können.

Die geschilderten Heilwirkungen konnten bisher keiner Einzelsubstanz zugeordnet werden, so dass für die Heilwirkung das Zusammenspiel mehrerer Wirkstoffgruppen angenommen werden muss.

In vielen Fertigarzneimitteln wird die Baldrianwurzel auch mit anderen Drogen kombiniert, für die eine beruhigende Wirkung vermutet wird z. B. mit Hopfen, Melisse, Passionsblume (insbesondere Passiflora incarnata), Frauenmantel und Wacholderbeere.

Eine Studie über die Wirkung der kombinierten Einnahme mit Extrakt aus Echtem Johanniskraut kam zu dem Ergebnis, dass dessen Eigenschaft der Wiederaufnahmehemmung für Serotonin gesteigert wurde.

Auch Kombinationspräparate von Johanniskraut, Passionsblume und Baldrian werden angeboten.

Baldrianwurzel (Baldriane): Sämtliche Baldrian-Arten enthalten Alkaloide und vor allem ätherische Öle (Monoterpene und Sesquiterpene), die (nach der Trocknung) charakteristisch und für manche Menschen unangenehm riechen, da teilweise Zersetzung zu niederen Carbonsäuren wie Valeriansäure eintritt.

Für die schlaffördernde und beruhigende Wirkung sind vor allem die Sesquiterpene verantwortlich. Diese Effekte beinhalten eine Modulation der Erregungsübertragung und Funktion von GABA-Rezeptoren. Aus der Baldrianwurzel können Trockenextrakte, aber auch ethanolische oder wässrige Auszüge (Baldriantinktur) hergestellt werden.

Der medizinisch verwendete Echte Baldrian (Valeriana officinalis) hat weiße bis rosafarbene, doldenartige Blütenstände und gefiederte Laubblätter und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 100 Zentimetern.

Bananen: Einige Arten und Hybriden bilden essbare Früchte, von denen die der Dessertbanane (Musa × paradisiaca) für die Nahrungsmittelproduktion angebaut werden.

Im Vergleich mit anderen Obstsorten enthalten die herkömmlichen Zuchtbananen vergleichsweise viel Fruchtzucker und somit viele Kohlenhydrate und auch viele Kalorien.

Trotz des hohen Anteils des Einfachzuckers Fruktose (Monosaccharid) ist in der Ernährungswissenschaft aber nach wie vor unumstritten, dass die Hybriden der Musa x paradisica gesund sind. Der hohe Anteil an Kalzium, Antioxidantien und Vitaminen begünstigt die Muskelfunktionen, hemmt Entzündungsherde und reguliert die Stoffwechselprozesse.

Bärlauch: Der Bärlauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. In der Volksmedizin wird der Bärlauch heute bei Magen-Darm-Störungen eingesetzt, aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung gegen Gärungsdyspepsien sowie als Karminativum. Weitere Einsatzbereiche sind als Antihypertonikum und Antiarteriosklerotikum.

Auch in der Naturheilkunde kommt Bärlauch als Heilmittel oft zur Anwendung. Die Heilwirkung ist den zahlreichen in ihm enthaltenen, überwiegend schwefelhaltigen ätherischen Ölen zuzuschreiben, die sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen auswirken.

Des Weiteren ergibt sich eine effektive Heilwirkung bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Darmerkrankungen. Zudem wirkt er stoffwechselanregend, positiv auf den Cholesterinspiegel und hilft bei Wurmbefall.

Frische Blätter enthalten rund 0,005 % Allicin, getrocknete rund 0,07 %. Frischmaterial enthält rund 0,5 % Alliin und 0,07 % Methyl-L-cysteinsulfoxid.

Neben diesen schwefelhaltigen Verbindungen kommen noch Flavonoide, in Spuren Prostaglandine A, B und F, sowie blattspezifische Lectine vor.

Bärlauch ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, oft auch mit den Stängeln, frisch als Gewürz, für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse in der Frühjahrsküche.

Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, wodurch der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert.

Daher wird er meist roh und kleingeschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Im Frühjahr kann Bärlauch auch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen.

Trotz der leichten Identifikation durch den knoblauchartigen Geruch, der beim Reiben der Blätter entsteht, wird Bärlauch von unerfahrenen Sammlern immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt.

Neben dem Geruch ist die Blattunterseite eine weitere Möglichkeit zur Unterscheidung des Bärlauchs von den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Beim Bärlauch ist die Blattunterseite immer matt, bei Maiglöckchen und Herbstzeitlose glänzend.

Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig und es kommt so immer wieder zu Vergiftungen, teils mit tödlichem Ausgang.

Erntezeit für die Blätter ist im März und April. Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, doch ist das Sammeln innerhalb von Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern nur dann gestattet, wenn die entsprechende Schutzverordnung es zulässt.

Die Pflanzen dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden; die gewerbliche Nutzung von Bärlauchbeständen hingegen bedarf der behördlichen Genehmigung.

Bärwurz (Pflanze): Die Bärwurz hat einen starken Geruch und ähnelt insgesamt dem des Fenchel. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Zum Schutz der heimischen Flora wird die Bärwurz von spezialisierten Landwirten angebaut.

Der kultivierte Bärwurz wird unter hohen Umweltstandards und Auflagen für die Brennereien im Bayerischen Wald sowie für andere Zwecke wie Pflanzenheilkunde oder Kräuterliköre.

In der neuzeitlichen Pflanzenheilkunde wird Bärwurz in der Hildegard-Medizin eingesetzt. Der sogenannte Bärwurzbirnenhonig enthält als Kräuterhauptbestandteil getrocknete und gehäckselte Bärwurzel neben anderen Kräutern.

Die Bärwurz wird als Gewürzkraut in den schottischen Highlands häufig verwendet. Das feine dillartige Laub und die unterirdischen Pflanzenteile haben einen kräftig-deftigen Geschmack, der z. B. gut mit Schnittlauch in Kräuterquarks passt.

Im südlichen Schwarzwald wird ein Kräutersalz mit Meersalz und getrockneter Bärwurz hergestellt. Hierfür wird das Kraut vor dem Blühen gesammelt, im Schatten getrocknet und dann klein gemacht und unters Salz gemischt – Verhältnis nach Belieben.

Der in Bayern, vor allem im Bayerischen Wald, bekannte und in zylindrischen, braunen Steingut-Flaschen verkaufte „Bärwurz“-Schnaps wird entweder aus der Bärwurz-Pflanze oder aus der Mutterwurz (Ligusticum mutellina) hergestellt.

Behenöl (Moringaöl): Behenöl (altägyptisch Baq, oder Baqet) ist ein Pflanzenöl des Meerrettichbaumes es wird darum auch als Moringaöl bezeichnet. Seinen Namen hat das Öl wegen seines Gehaltes an Behensäure.

Das geruchlose und süßlich schmeckende Öl, das aus den Nüssen des Moringabaumes gewonnen wurde, benutzten die Altägypter als Beimischung beim Kochen, als Parfüm (Kyphi), als Salbkegel bei Balsamierungen oder in der Medizin.

Über den Moringa-Baum, der ursprünglich aus Indien stammt, wo er am Fuße des Himalayagebirges wächst, wurde in den alten Veden vor 5000 Jahren schon berichtet und die Ayurveda spricht davon, dass Moringa über 300 Krankheiten heilen könne.

Die Anwendung des Benöles nahm schon in der traditionellen Ayurveda-Medizin einen hohen Stellenwert ein. Als Speiseöl wird Moringaöl vor allem in Indien und Afrika eingesetzt.

In der Kosmetik wird Moringaöl zur Grundlage von Salben und Cremen verwendet, auch bei der Herstellung von Mazeraten, sowie in der Enfleurage zur Herstellung von ätherischen Ölen und Pomaden. Neben der hohen Stabilität besitzt das Öl auch noch Duftstoff-fixierende Eigenschaften.

Beifuß, gemeiner: Der Beifuß oder Gemeine Beifuß wird auch Gewürzbeifuß oder Gewöhnlicher Beifuß genannt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Die Fruchtreife beginnt ab September.

Inhaltsstoffe im Kraut des Beifußes: Ätherisches Öl: Hauptbestandteile sind Kampfer, Thujon, 1,8-Cineol, Linalool und Santonin- Die Zusammensetzung variiert aber stark und es wurden aber auch noch eine Reihe von weiteren Verbindungen wie zum Beispiel Myrcen, Borneol, Bornylacetat, Vulgarol und Sabinen identifiziert.

Beifuß wird auch phytotherapeutisch eingesetzt. Einige Inhaltsstoffe (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich. Wegen der Giftigkeit seiner ätherischen Öle wird vor der Verwendung des Beifuß in der Aromatherapie gewarnt.

Die Droge nennt man Artemisiae herba oder Herba Artemisiae, es sind die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Stängelspitzen mit den Blütenkörbchen. In der traditionellen chinesischen Medizin findet er Verwendung in der Moxa-Therapie.

Beifuß gehört zu den traditionellen Grutbier-Kräutern und wird als Gewürzpflanze zu fetten, schweren Fleischgerichten benutzt. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und unterstützen so die Verdauung. Durch Wasserdampfdestillation wird aus den getrockneten Pflanzen Parfümöl („Essence d’Armoise“) gewonnen.

In den Allgäuer Alpen steigt der Beifuß auf der Haldenwanger Alpe beim Geißhorn in Bayern bis zu einer Höhenlage von 1650 Metern auf.

Berberitze, gewöhnliche: Die Früchte sind scharlachrote, bis zu einen Zentimeter lange Beeren. Diese sind genießbar, aber durch den Gehalt an sechs Prozent Äpfelsäure und anderen Fruchtsäuren sehr sauer.

Die roten Früchte der Berberitze sind weitgehend frei von Berberin und Berbamin und daher essbar. Sie sind sehr vitaminreich und schmecken säuerlich.

In der Volksheilkunde wird die Berberitzenwurzel unter anderem bei Leberfunktionsstörungen, Gallenleiden, Gelbsucht und Verdauungsstörungen angewandt.

Das Isochinolinalkaloid Berberin, das nach Berberis vulgaris benannt wurde, ist für die gelbliche Färbung der Berberitzenwurzel (Radix Berberidis) wie auch für einige der Hauptwirkungen der Droge verantwortlich.

Berberin stellt einen aussichtsreichen Stoff für die Arzneimittelforschung dar, etwa durch seine beobachtete lipid- und blutzuckersenkende Wirkung.

In einer Beigabe von bis zu 20 % Berberitzenwurzelrinde zu Leber- oder Gallen-Tees wirkt Berberitzenwurzelrinde akuten Bauchspeicheldrüsenentzündungen entgegen.

Getrocknet werden sie wie Rosinen z. B. in Müsli gegessen. Die Beeren der Berberitze werden in orientalischen Ländern, vor allem im Iran zum Kochen verwendet.

Dort werden sie vor allem zum süß-sauren Würzen von Reis (z. B. Sereschk Polo – „Berberitzenreis“), aber auch von Fisch und Braten verwendet.

Bergamotte (Zitrusfrucht): Die Frucht wird nicht als Obst verwendet, sondern hauptsächlich wegen der enthaltenen ätherischen Öle angebaut, die in der Bergamotteschale enthalten sind.

Das auch als grünes Gold bezeichnete Bergamottöl wird auch zum Aromatisieren von Tees (Earl Grey) verwendet.

Die Hauptbestandteile des Bergamotte-Öls sind Terpene wie Linalylacetat, Linalool, Bergapten, Dihydrocuminalkohol, Nerol, Limonen, Bergaptol, Limettin, 6′,7′-Dihydroxybergamottin und Bergamottin.

Bergamotte-Öl wird zur Aromatisierung von Earl-Grey-Tee sowie Lady-Grey-Tee verwendet; außerdem ist es in einer besonderen Sorte türkischer Akide-Bonbons sowie in französischen Bonbons aus Nancy enthalten; auch wird es für die Aromatisierung von Pfeifen- und Schnupftabaken verwendet.

Als Spezialität gilt Marmelade aus Bergamottefrüchten: sie ist im Geschmack sauer, leicht bitter mit einem unverwechselbaren Aroma. In Kalabrien werden außerdem Produkte wie in Bergamottesirup eingelegte Feigen und Peperoni hergestellt.

Der Duft von Bergamottöl ist klar, frisch, lebhaft, spritzig und von großer Originalität. Er ist in praktisch allen Parfüms als Kopfnote enthalten und wird vor allem in Eau de Colognes und frischen, zitronigen Eau de Toilettes verwendet. Das erfrischende Aroma belebt Körper und Geist.

Das aus den Schalen der Bergamotte gewonnene ätherische Bergamottöl wird mit einer sehr viel größeren Menge an Olivenöl verdünnt und so als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt.

Die in der Bergamotte enthaltenen Stoffe Furocumarine wirken in Kombination mit Sonnenlicht jedoch auch toxisch, weshalb von dieser Art der Anwendung abgeraten wird, um Schäden der Haut zu verhindern.

Bischofskraut: Das Bischofskraut wird auch Zahnstocher-Knorpelmöhre oder Zahnstocherkraut genannt und wird auch als Heilpflanze verwendet.

Der Name Zahnstocherammei stammt daher, dass die Art in orientalischen Ländern zur Herstellung von Zahnstochern verwendet wird. Ihr würziger Geschmack ist dabei willkommen.

Bischofskraut (Ammi visnaga) wurde bereits von den alten Ägyptern als Heilpflanze eingesetzt, später geriet sie in Vergessenheit. Die Früchte von Ammi visnaga (Fructus Ammi visnagae) enthalten pharmakologisch aktive Inhaltsstoffe wie phototoxische Furanocumarine (Khellin), das herzwirksame Glykosid Khellinin, Flavonoide und Pyranocumarine (Visnadin).

Durch eine Erweiterung der Herzkranzgefäße und eine daraus resultierende bessere Durchblutung des Herzmuskels verleiht das Visnadin den Pflanzenextrakten eine positive Wirkung. Es stellt sich eine positiv inotrope sowie krampflösende Wirkung ein. Daher eignet sich Ammi visnaga zur Behandlung der Angina pectoris und von Koliken.

Bockshornklee: In einer Doppelblindstudie mit 50 Parkinsonpatienten konnte unter der Behandlung mit einem Bockshornkleeextrakt ein signifikanter Rückgang einzelner Symptome festgestellt werden. Die beteiligten Wissenschaftler vermuten, dass Bockshornklee möglicherweise die Schädigung dopaminerger Nervenzellen verzögern kann.

Bockshornklee enthält die Aminosäure Histidin, die angeblich Leberschädigungen entgegenwirken soll. Als Aufguss ist er vor allem in China, Indien und Tibet bekannt. Er wird dort als Hustenmittel und zur Reinigung der Atemwege eingesetzt.

Bockshornkleesamen werden in der Pflanzenheilkunde bei leichterem oder als Begleitmedikation auch bei schwererem Diabetes mellitus eingesetzt. Bockshornkleesamen sind als Teebeutel, als Pulver oder als fertige Auflagen erhältlich. Darüber hinaus gibt es im Handel Nahrungsergänzungsmittel mit Bockshornkleesamenpulver oder Bockshornkleesamenkonzentrat.

Im Nahen Osten, in Nordafrika und in Spanien wird Bockshornklee als Nahrungsmittel oder Futterpflanze angebaut und geröstet, gekocht oder frisch verzehrt. Darüber hinaus wird er als Gewürz verwendet, beispielsweise werden die Samen – wie auch Schabzigerklee – in Südtirol als Brot- oder Käsegewürz verwendet.

Bockshornklee ist Bestandteil der türkischen Gewürzpaste Çemen, die u. a. die Trockenfleischspezialität Pastırma ummantelt. Die Keimlinge werden als würzende Zutat Salaten beigemischt oder als Sprossengemüse verzehrt.

Zudem enthält er Diosgenin (s. a. Dioscorea villosa), ein Wirkstoff, der möglicherweise gegen Dickdarmkrebs eingesetzt werden kann. In Indien wird der Bockshornkleesamen als Aromatikum, Carminativum, Tonikum und Aphrodisiakum eingesetzt.

Bohne (Gartenbohne): Die Samen der Gartenbohne haben einen hohen Proteingehalt und enthalten eine Reihe von essentiellen Aminosäuren, das enthaltene Protein deckt aber nicht alle essentiellen Aminosäuren ab. Die Kohlenhydrate der Bohne liegen in vom Menschen teilweise nicht abbaubaren Oligosaccharosen vor.

Gartenbohnen enthalten größere Mengen der Mineralstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen (v. a. in der Form von Leghämoglobin), sowie der Vitamine B2, B6, C, E, Provitamin A (Betacarotin) und Folsäure. Das Vitamin C unterstützt die Aufnahme des enthaltenen Eisens, geht allerdings durch das Kochen zum größten Teil verloren.

Der Verzehr von Bohnen kann zu einer stark vermehrten Gasbildung im Dickdarm und dadurch zu Blähungen führen. Um dieser Nebenwirkung vorzubeugen können die Bohnen vor der Zubereitung zu gewässert werden, um die fraglichen Zucker auszuwaschen. Dabei gehen aber auch Mineralstoffe und wasserlösliche Vitamine verloren.

Bohnenkraut (Sommer-): Das Sommer-Bohnenkraut wird auch Gartenbohnenkraut oder Echtes Bohnenkraut genannt. Das Sommer-Bohnenkraut ist wegen der ätherischen Öle eine beliebte Gewürz- und Heilpflanze der Gärten.

Das Sommer-Bohnenkraut gedeiht am besten auf nicht zu trockenen, stickstoffreichen, lockeren und oft steinigen Böden in warmen Lagen. Die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Samen, die im April bis Mitte Juni, max. 0,5 cm mit Erde bedeckt, gesät werden.

Das Bohnenkraut ist ein Lichtkeimer und muss nicht mit Erde bedeckt werden, um zu keimen, die Keimdauer beträgt 2 bis 3 Wochen. Die Sämlinge werden auf einen Abstand von mindestens 15 cm vereinzelt, denn wenn die Pflanzen zu eng stehen, werden viele holzige Stängel und wenig Blätter gebildet.

Das Bohnenkraut bevorzugt einen sonnigen und windgeschützten Standort für die Vermehrung und den Anbau. Der beste Erntezeitpunkt ist kurz vor und während der Blütezeit. Die gesammelten Kräuter werden getrocknet und nach dem Trocknen werden die Blätter abgestreift.

Sommer-Bohnenkraut enthält 0,3 bis 1,7 % ätherisches Öl, bei speziellen Züchtungen 4 bis 5 % (jeweils in der Droge). Dieses Öl besteht zu 40 % aus Carvacrol, zu 20 % aus p-Cymol und darüber hinaus aus Thymol, Phenolen, Dipenten. Neben dem ätherischen Öl finden sich noch 4 bis 8 % Gerbstoffe, Schleim, Bitterstoffe, β-Sitosterol und Ursolsäure.

Sommer-Bohnenkraut findet Verwendung als Heilkraut. Als Tee wird es eingesetzt zur Förderung der Verdauung, als Appetitanreger und gegen Blähungen, aber auch gegen Husten und bei Bronchialerkrankungen. Bei Durchfällen, die mit Gärungserscheinungen einhergehen, soll sich nach Pahlow recht schnell eine Besserung einstellen.

M. Wood hält das Sommerbohnenkraut für eine nährende und stimulierende Pflanze, die bei einer Schwäche des endokrinen und sympathischen Nervensystems eingesetzt werden kann.

Vor allem findet es Gebrauch zum Würzen von Bohnengerichten, es ist sowohl frisch wie auch getrocknet verwendbar. Es ist im bulgarischen Raum Bestandteil der als Tschubritza (Würzmittel) bezeichneten Würzmittel.

Borretsch: Auch Boretsch geschrieben, wird auch als Gurkenkraut oder Kukumerkraut bezeichnet. Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Die Blütezeit reicht von Mai bis September.

Borretsch enthält kleine Mengen (etwa 2–10 mg pro Kilogramm getrocknete Pflanze) verschiedener Pyrrolizidinalkaloide (Amabilin, Intermedin, Lycopsamin, Supinin, Thesinin). Amabilin, Intermedin, Lycopsamin und Supinin gelten als toxisch für die Leber.

Daher ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ein regelmäßiger Genuss von Borretsch nicht zu empfehlen. Ein gelegentlicher Verzehr gilt als unbedenklich, ebenso ein Verzehr der Blüten und Samen sowie des aus den Samen gepressten Borretschöls, da diese die erwähnten Alkaloide nicht oder nur in Spuren enthalten.

Borretsch enthält außerdem Schleimstoffe, Gerbstoffe, Harz, Saponin, Kaliumnitrat, Kieselsäure, diverse Fettsäuren sowie ätherisches Öl. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 149,3 mg pro 100 g Frischegewicht.

Borretschsamen enthalten zwischen 26 % und 38 % Öl. Dieses hat mit 17 % bis 28 % den höchsten bekannten Anteil an Gamma-Linolensäure und enthält außerdem 35–38 % Linolsäure, 16–20 % Ölsäure, 10–11 % Palmitinsäure, 3,5–5,5 % Gadoleinsäure (11Z-Eicosensäure), 3,5–4,5 % Stearinsäure, 1,5–3,5 % Erucasäure.

Borretsch in der Pflanzenheilkunde: Als Heilpflanzen werden Borretschblüten verwendet. Sie enthalten Bornesit, Allantoin, Schleimstoffe, Kaliumsalze (bis zu 17 %). In der Volksheilkunde wird die Arzneidroge angewendet bei Harnverhaltung, Fieber, Verschleimung der Atemwege, Durchfall sowie ferner bei Entzündungen, Rheumatismus, klimakterischen Beschwerden und zur Blutreinigung.

Borretschkraut, auch Gurkenkraut genannt: Die Arzneidroge enthält Gerbstoffe (ca. 3 %), Kieselsäure (1,5–2,2 %), Schleimstoffe (bis zu 11 %) und Pyrrolizidinalkaloide. Wegen des hohen Pyrrolizidin-Gehalts sollte die Arzneidroge nicht mehr pharmazeutisch angewendet werden, da diese Verbindungen genotoxisch und cancerogen wirken. Auch bei der Verwendung als Küchengewürz ist Vorsicht angezeigt.

Borretschsamenöl: Es enthält Fettsäureglyceride mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Gamma-Linolensäure. Es wird bei atopischen Ekzemen (Neurodermitis) eingesetzt.

Die Blätter des Borretschs werden in Salaten gegessen oder in Suppen gekocht, auch eine Zubereitung als Gemüse ähnlich dem Spinat ist möglich. Aus den etwa drei Millimeter großen, dunklen Samen wird Borretschsamenöl gewonnen.

Borretsch ist ein Bestandteil der Grünen Soße, die im Raum Frankfurt am Main (als Frankfurter Grüne Soße), in Mittelhessen und im Raum Kassel nach unterschiedlichen Rezepten als typisches Gericht der hessischen Regionalküche zubereitet wird.

Blüten und Blätter haben einen gurkenähnlichen, erfrischenden Geschmack. Sie eignen sich sehr gut zum Aromatisieren von kalten Getränken. Feingehackt benutzt man die jungen Blätter als Würze für Obstsalate und Gemüse.

Die blauen Blüten sind essbar (sie enthalten deutlich weniger Alkaloide als die Blätter), haben einen süßlichen Geschmack und werden gerne als Salatdekoration verwendet.

Essig lässt die Farbe der Blüten in rot umschlagen. Die Blüten können kandiert werden und so Süßspeisen dekorieren. Die Blüten werden dazu mit Eischnee bestrichen, mit Puderzucker bestreut und anschließend getrocknet.

In Ligurien wird Borretsch zur Füllung von Ravioli und Pansoti verarbeitet. In Großbritannien wird Borretsch vorwiegend mit dem Likör Pimm’s (ein leicht bitterer, kräutrig-würziger Likör auf Gin-Basis) genossen und ist geschmacksgebender Bestandteil von Gilpin’s Westmorland Extra Dry Gin.

Nicht zu verwechseln ist Borretsch mit persischem Borretschkraut (Kaukasische Natternkopf), einem verwandten Raublattgewächs, dessen getrocknete Blüten im Iran vor allem als Tee Verwendung finden (Gole Gāw Zabun).

Brennnessel: Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (ca. doppelt so viel Vitamin C wie Orangen), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt.

Die Brennnessel enthält in der Trockenmasse etwa 30 Prozent Eiweißanteil. Der Geschmack wird als „dem Spinat ähnlich, aber aromatischer“ und als feinsäuerlich beschrieben.

Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man bei der rohen Verwendung für beispielsweise Salate entgegenwirken, indem man die jungen oberirdischen Pflanzenteile in ein Tuch wickelt und stark wringt, sie beispielsweise mit einem Wiegemesser sehr fein schneidet, mit einem Nudelholz gut durchwalkt oder ihnen eine kräftige Dusche verabreicht.

Kochen sowie kurzes Blanchieren für Brennnesselspinat sowie Brennnesselsuppe macht die Nesselhaare ebenfalls unschädlich. Auch durch das Trocknen der oberirdischen Pflanzenteile für die Teezubereitung verlieren sie ihre reizende Wirkung.

Brennnessel, große: Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober und die Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober. Nachdem die Pflanze geblüht hat und die Samenproduktion beginnt, bilden sich in den Blättern kalkhaltige Zystolithen, die reizend auf Nieren und Harnwege wirken können.

Kraut und Blätter enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, als wichtigste Scopoletin und β-Sitosterin, daneben 1 bis 2 % Flavonoide (Quercetin-, Kämpferolglykoside), 1 bis 4 % Silikate.

Die Wurzel enthält zusätzlich 0,1 % eines spezifischen Lektins, des sogenannten „Urtica dioica Agglutins“. Der Brennsaft enthält Histamin, Acetylcholin und Serotonin. Die Pflanze ist reich an Vitaminen A und C, Eisen, Kalium, Mangan und Calcium.

Als Heilmittel werden frische oder getrocknete Brennnesselblätter, getrocknetes Brennnesselkraut und getrocknete Wurzel verwendet. Sie werden als Tees, Extrakte oder Fertigpräparat angewandt.

Für die Blätter bzw. das Kraut ist bei innerer Anwendung ein leicht harntreibender Effekt belegt, innerlich wie äußerlich werden sie auch gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt.

Extrakte der Wurzel werden zur Linderung von Miktionsbeschwerden in den Anfangsstadien der benignen Prostatahyperplasie gebraucht; welcher der enthaltenen Wirkstoffe dafür verantwortlich ist, ist noch unklar.

In der Kosmetikindustrie dienen aus der Brennnesselwurzeln oder -blättern erzeugte Bereitungen als Zusatz zu Shampoos, Haarwässern und Haarwuchsmitteln, da sie die Durchblutung des Haarbodens stärken.

Brennnesseln werden regional in Polenta- und Püree-Gerichten sowie zur Zubereitung von Pesto und als Beigabe zu speziellen Käsesorten verwendet. Brennnesselsuppe ist traditionell in Nord- und Ost-Europa verbreitet.

Speziell in Albanien werden Brennnesseln als Bestandteil der Füllung von Börek-Teigtaschen (Byrek me hithra) verwendet. Börek ist die türkische Variante eines Auflaufs oder Strudels aus Yufka-Teig.

Brennnesselsamenöl: Brennnesselsamenöl ist ein Pflanzenöl, das aus den reifen Samen der Großen Brennnessel oder der Pillen-Brennnessel gewonnen wird. Das Brennnesselsamenöl wird oft auch Brennnesselöl oder Nesselsamenöl genannt.

Das Brennnesselsamenöl ist grün gefärbt und hat einen angenehm-frischen möhrensaftähnlichen Geruch. Der Geschmack ist vom Raffinationsgrad abhängig. Etwa 90 % der Fettsäure-Reste in den Triglyceriden des Brennnesselsamenöls sind ungesättigte Fettsäure-Reste und gesättigte Fettsäure-Reste haben einen Anteil von ≤ 10 %.

Das Brennnesselsamenöl ist ein hochwertiges Speiseöl mit leicht nussigem Kräuteraroma. Die Verwendung von nur wenigen Tropfen ist empfehlenswert, da es sehr konzentriert ist. Mit einem guten Pflanzenöl wie z. B. Olivenöl, im Verhältnis 1 : 3 verdünnt, kann es für Salate, Soßen und allgemein für die kalte Küche verwendet werden. Das Öl lässt sich aber auch zum Dünsten von Gemüse (z. B. Zwiebeln) verwenden.

Ferner soll Brennnesselsamenöl bei Haarausfall, Rheumatismus, Zellerneuerung, Blutreinigung, Hautausschlägen und bei der Verkleinerung eines Myoms (gutartiger Muskeltumor) durch innere oder äußere Anwendung helfen.

Brokkoli: Brokkoli ist besonders reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen, Zink und Natrium und Vitaminen wie B1, B2, B6, E und besonders Ascorbinsäure (Vitamin C) und Carotin (Provitamin A). Weiter enthält er zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide, Glucosinolate und andere).

Brokkoli kann man sowohl roh als auch gegart genießen. Als Garverfahren sind Kochen, Dünsten, Dampfgaren, Anbraten, Blanchieren sowie Garen in der Mikrowelle möglich. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass die wasserlöslichen Nährstoffe wie z. B. Vitamin C und Mineralstoffe beim Dampfgaren weitgehend erhalten bleiben, während sie beim Kochen in siedendem Wasser im Kochwasser gelöst werden.

Die Garzeit liegt zwischen 6 und 10 Minuten, abhängig vom individuell gewünschten sensorischen Ergebnis: Längere Garzeit führt zu weicherem Produkt.

Nicht nur die Röschen, sondern auch die zarten Blätter und die Stängel, die sich wie Spargel anrichten lassen, sind essbar.

Als Gewürz passen zu Brokkoli neben Salz auch frisch geriebene Muskatnuss, Knoblauch und geröstete Pinienkerne oder Mandelblätter.

Frischen Brokkoli erkennt man beim Kauf an seiner kräftigen Farbe und den geschlossenen Blüten. Er sollte kühl, am besten in einer Frischhaltefolie im Gemüsefach im Kühlschrank, gelagert werden.

Auf diese Weise hält er bis zu drei Tage. Wird der Brokkoli zu warm gelagert, so verliert er täglich mindestens zehn Prozent seines Vitamin-C-Gehalts.

Brunnenkresse, echte: Die Echte Brunnenkresse enthält Bitterstoffe, Gerbstoffe, Zucker, Ätherische Öle, Raphanol, Vitamine A, B1, B2, C und E, und Mineralstoffe wie Eisen, Iod, Phosphor, Calcium. Sie war ehemals ein wichtiger Vitamin-C-Lieferant durch die schon im Winter mögliche Ernte.

Da die Brunnenkresse sehr an feuchte Bedingungen gewöhnt ist, hält sie nur einen Tag bei Zimmertemperatur und muss bald verzehrt werden. In Folie eingepackt und im Kühlschrank bei 3 bis 5 °C gelagert kann sie eine Woche aufbewahrt werden.

Brunnenkresse ist auch wegen seiner blutreinigenden und blutaufbauenden Wirkung bekannt. Zusätzlich wird sie als entzündungshemmend für die Mundschleimhaut empfohlen.

Buchweizen, echter: Der Echte Buchweizen wurde zur Arzneipflanze des Jahres 1999 gewählt. Verwandte des Buchweizens sind Sauerampfer und Rhabarber. Er ist jedoch nicht mit dem Weizen verwandt.

Buchweizen erfreut sich besonders der Beliebtheit bei Vegetariern und Veganern, jedoch greifen auch generell immer mehr ernährungsbewusste Konsumenten wieder zu Buchweizen und ähnlichen Produkten (Bulgur, Quinoa etc.).

Der Brennwert beträgt 1421 kJ (340 kcal) pro 100 g geschälte Ware. Buchweizen enthält kein Gluten (auch als „Kleber“ bezeichnet). Kohlenhydrate 71,0 g, Ballaststoffe 4,0 g, Protein 9,8 g.

Blüten und grüne Pflanzenteile des Buchweizen enthalten Rutoside, die bei Venenleiden medizinische Verwendung finden. Er gilt generell als wertvolles Nahrungsmittel mit viel Eiweiß und Stärke.

Da Buchweizen glutenfrei ist, kann er als Diätnahrung bei Zöliakie (Sprue, glutensensitive Enteropathie) verwendet werden. Das Pseudogetreide wird auch von Diätrichtungen wie der Steinzeiternährung als unbedenklich akzeptiert.

Buchweizen birgt zudem ein hohes Allergierisiko. Sie treten in Form von systemischen IgE-vermittelten Soforttypreaktionen auf und können zum anaphylaktischen Schock führen.

In Deutschland sind bisher nur vereinzelt Menschen betroffen. Mit der zunehmenden Verwendung insbesondere in Broten, Vollwertprodukten und Gebäck (vermehrt in Bioprodukten, aber auch aufgrund der Eigenheit der Glutenfreiheit) ist mit einer steigenden Zahl von Betroffenen und schweren anaphylaktischen Reaktionen zu rechnen.

Bei der gelegentlich sehr hochgradigen Sensibilisierung können bereits Spuren zu massiven Reaktionen führen. Weiterhin treten gastrointestinale Symptome einschließlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf.

Wegen des fehlenden Glutens eignet sich reiner Buchweizen zwar nicht als alleiniger Inhaltsstoff zum Brotbacken, ist aber zur Ernährung von Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie geeignet.

 

Bitte beachten Sie

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema für Erwachsene. Die angeführten Empfehlungen gelten nicht für Kinder, Schwangere und Stillende. Das Thema dient keinesfalls der Selbstdiagnose  oder Selbstbehandlung und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt.

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Grüne Apotheke: Mit wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen (GU Einzeltitel Gesundheit/Alternativheilkunde)
von Jörg Grünwald
und Christof Jänicke
Taschenbuch: 416 Seiten
GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH;
Auflage: 1 (7. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
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Gegen (fast) jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“ – man muss nur wissen welches. Doch dabei hilft nun das moderne Standardwerk zur Kräuterheilkunde, in dem neben traditionellen Heiltees auch wirksame pflanzliche Präparate empfohlen werden.

Die Grüne Apotheke bietet einen Überblick über die Geschichte der Kräuterheilkunde und die Entwicklung der modernen, wissenschaftlich fundierten Phytotherapie, ein umfassendes Beschwerdenkapitel und über 100 ausführliche Heilkräutersteckbriefe.

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Dieses Standardwerk ist ein Muss für alle, die pflanzliche Heilmittel synthetischen vorziehen, aber auch Wert auf wissenschaftliche Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweise legen.

 

Seitenübersicht:

A. Einleitung: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
B. Quellen / Wikipedia: http://www.vintagebuch.de/b-quellverzeichnis-immunsystem-staerken/
C. Waldbaden: http://www.vintagebuch.de/markante-und-alte-baumexemplare-waldbaden/

01. Acker-Schachtelhalm: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
02. Cashewkerne: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
03. Galgant: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
04. Kalmus: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
05. Lauch: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
06. Odermennig: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
07. Rhabarber: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
08. Safran: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
09. Tausendgüldenkraut: Immunsystem stärken und vor Viren schützen
10. Wacholder: Immunsystem stärken und vor Viren schützen